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 Künste und Gewerke
 
 

Sichel

Ein Schneidegerät des Gärtners, bestehend aus dem Griff und der halbmondförmigen Schneide. Eine alte Form ist die gezähnte Sichel.

Sichel.
Sichel

 
In der Abfolge der altgriechischen Göttergeschlechter spielt die Sichel eine Rolle beim Wechsel der Herrschaft.

Mit einer Sichel aus „grauem Stahl” (bzw. dem Metall Adamas) kastrierte der alte griechische Gott Kronos seinen Vater Uranos (HESIOD, Theogonie, 161-182) und begründete mit dieser Bluttat seine Herrschaft.

Die Sichel symbolisiert den jungen Mond. Die Sichel des Neumonds am Himmel soll an vorgenannten Urfrevel erinnern, die notwendige Grundlage des Folgenden war. Sich von dieser Tat zu entsühnen soll Gegenstand vieler Kulte sein. Bei der Einweihung hatte der Neuling seine eigenen Sünden zu bekennen und sich symbolisch zu beugen, wie jene Sichel des Kronos gebogen war.
Zur Erinnerung daran wurden gebogene Zweige im Haar getragen, aus denen dann der geflochtene Kranz wurde.

Typhoeus, der von der Gaia hervorgebrachte Drache, überwand im Kampf Zeus und schnitt ihm mit einer Sichel die Sehnen aus Hand- und Fußgelenken.

Mit einer Sichel, die er — je nach Überlieferung — von Athene, von Hermes oder von Hephaistos zum Geschenk erhalten hatte, schnitt Perseus der Medusa den Kopf ab. (KERÉNYI, 45)

 

In Hermione im antiken Griechenland wurden bei den jährlichen Feiern zu Ehren der Chtonia (Demeter) im Tempel der Göttin von vier alten Frauen mit Sicheln vier Kühe getötet (PAUSANIAS, Argolis, 35,5f.).

 

Einmal soll den Simon Magus seine Mutter Rachel angewiesen haben, ein Feld zu mähen. Simon befahl diese Arbeit einer Sichel, die die Arbeit nicht nur selbständig, sondern sogar zehnfach besser als gewöhnlich ausführte.

 

In der Alchemie wird das Blei Saturnus genannt, nach dem römischen Namen des Kronos. Dargestellt wird es als alter Mann mit Sichel (BIEDERMANN, 386).

 

Mit Sichel und Ährenbündel wird die hl. Notburga dargestellt.