Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Herrschaftssymbole
 

Zepter

(oder Szepter, von lat. sceptrum, gr. skeptron, „Stab”, „Stütze”) Ein Hoheitszeichen in Form eines Stabes, der Herrschaft symbolisiert und als solches Bestandteil der Krönungsinsignien ist. Als Vorformen des Zepters gelten der Stab des Hirten oder andere Stäbe, die der Hervorhebung der Würde ihres Trägers dienten. (BIEDERMANN, Lex. d. Symbole, S. 501)

Szepter halten zum Beispiel Zeus (röm. Jupiter) und Hera, das Königspaar der griechischen Götterwelt.

Das Szepter des Zeus wurde von den Chaeroneern (Böotien, Griechenland) kultisch verehrt (PAUSANIAS, Böotien, 40.11), das nach HOMER der Hephaistos für den Zeus gefertigt hatte. Zeus gab es dem Hermes, Hermes dem Pelops, Pelops dem Atreus, Atreus dem Thyestes und Thyestes dem Agamemnon als Symbol seiner Herrschaft (Ilias, 2.100-108).

Ein goldenes Zepter hält in der Unterwelt des Hades der Minos in der Hand, der dort über die Toten richtet (HOMER, Odyssee, 11.568-570).

Die Zepter der Könige haben (wie der Stab des Hirten) eine gekrümmte Spitze, da der König seine Ziele mehr auf indirektem als auf direktem Wege erreiche (BACON, Die Weisheit der Alten, 1991, S. 24).

Werden Herrscher heiliggesprochen, dann ist ihr Attribut nach christlicher Ikonographie ein Zepter (so bei Sigismund, Karl d. Gr., Stefan von Ungarn, Heinrich II., Ludwig d. Heiligen, BIEDERMANN, Lex. d. Symbole, S. 501).
Zu den Zeichen der deutschen Kaiser gehörte neben dem Zepter der runde Reichsapfel.
Auch das Zepter hat in Europa eine kugelförmige Verdickung, die Sphaira, die für umfassende Macht steht (ebd., S. 501).

Bei der Kreuzigung Jesu legten die Kriegsknechte des römischen Landpflegers Pontius Pilatus dem verurteilten Jesus einen Mantel aus Purpur um, setzten ihm die Dornenkrone auf das Haupt und drückten ihm ein Rohr als Zepter in die rechte Hand und beugten vor ihm das Knie, ehe sie ihn verspotteten, anspien und mit selben Rohr auf das Haupt schlugen (MATTHÄUS 27,29f.).

Im Lamaismus ist der Donnerkeil (Sanskrit: vajra; tibet. dorje) „Diamantzepter” und „Symbol der unzerstörbaren Weisheit” (BIEDERMANN, Lex. d. Symbole, S. 501).