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 Witterung
 
 

Gewitter

Ein Wettergeschehen mit Blitz und Donner, häufig begleitet von böigen Winden und dunklen Wolken.

Das charakteristischste Merkmal des Gewitters nennt, ist der am Himmel zuckende Blitz, einer Entladung elektrischer Spannung, dem der Donner folgt.

In der Metereologie werden zwei Arten von Gewittern unterschieden, das Luftmassengewitter und das Frontgewitter.
Beim Luftmassengewitter steigt feuchtwarme Luft aus Bodennähe auf und sich zu Cumulonimbuswolken. Dabei reißt es vornehmlich die positiv geladenen Tröpfchen in die Höhe, während die negativ geladenen in der Tiefe verbleiben. Die immer höher steigenden Wassertropfen gefrieren zu Eis und aus der Cumulonimbuswolke türmt sich ein gewaltiger, wegen seiner charakteristischen Form „Amboß” genannter Wolkengipfel. Allmählich erreicht auch der Spannungsunterschied einen Umfang, daß sich gewissermaßen gespannte Luft in einer gewaltigen Entladung Erleichterung verschafft, die als Blitz entweder innerhalb der Wolke oder von Wolke zu Erde zuckt.
Dabei heizt sich die Luft augenblicklich auf, dehnt sich aus und wird als grollender Donner hörbar. Ein Frontgewitter ist zu erleben, wenn zwei Luftmassen aufeinandertreffen und ihre unterschiedlichen Temperaturen und Feuchten zu beschriebenen Spannungen führen.

Untersuchungen ergaben bei Gewittern Spannungsunterschiede von 1 Milliarde Volt; ständig toben auf der Erde rund zweitausend Einzelgewitter.

Das beeindruckende Wettergeschehen wurde vielfach mit Göttern und Riesen verbunden, man nennt es auch das heilige Wetter (GRIMM, A. 1001). In der germanischen Welt ist es der Donar (nord. Thor), der als Donnergott Namensgeber des Donnerstages ist. Blitze schleudern und mit donnernder Stimme sprechen der griechische Gott Zeus und seine römische Entsprechung Jupiter, auch das Erscheinen des biblischen Gottes geht mit Blitz und Donner einher (z. B. Hiob 37).

Dem germanischen Gewittergott Donar war der Gundermann heilig, das Kraut soll daher vor Gewitter schützen (SIEG, 122).

Sogenannte Gewitterblumen sollen dem Aberglauben zu Folge den Blitz anziehen.

Ein Aberglaube zu Osterode am Harz mahnt: „woran am himmelfahrtstag gearbeitet wird, danach trachtet hernach ein gewitter.” (GRIMM, A. 772)

Als Mittel gegen das Gewitter galt es, Pfeile oder Kugeln in den Himmel zu schießen. Das soll man ursprünglich gemacht haben, um diejenige Hexe zu treffen, welche das Gewitter bewirkt hatte. (KUHN u. SCHWARTZ, S. A. 8, GRIMM, 910)

Der heilige Kolumban ist Verfasser von Gebeten gegen Gewitter, er wird als Schutzpatron gegen den Blitz und Feuer angerufen. Auch Urban I. bittet man bei diesem Wetter.

„Während eines Gewitters zeigt sich der meiste Spuk.” (aus Liepe, n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 407)

„Petrus stopft sich die Pfeife heißt es auf See”, wenn erste Blitze das Heraufziehen eines Unwetters ankünden.

 

=> siehe auch: Bauernregeln zum Gewitter