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 Allmende
 
 

Zungenreden

(Glossolalie, von griech. glossa, „Zunge”, „Sprache”) Das Phänomen, in einer einem selbst unbekannten Sprache sprechen zum können.

Bekannte Zungenredner sind Buddha, von dem es heißt, daß seine Worte von Göttern, Dämonen, Menschen und Tieren in ihrer jeweils eigenen Sprache verstanden wurden.
Bei den Griechen stammelte die Pythia zu Delphi die Orakelsprüche, im ersten Buch Samuel der Bibel soll 10,5 auf dieses Phänomen anspielen.

Der erste Korintherbrief des Neuen Testaments rühmt den Apostel Paulus, der seine Anhänger in Sachen Glossolalie übertraf (1. Korinther 14,18), wenngleich dieser die Glossolalie zwar nicht ablehnt, ihr aber keinen höheren Stellenwert als die klare Rede beimißt (ebd.).

In der Apostelgeschichte tritt das Phänomen anläßlich des Pfingstwunders auf (Apg. 23,1-13).

In jüngerer Zeit wird das Zungenreden von Gottesdiensten der Pfingstbewegung, einer christlichen Sekte, berichtet, deren Teilnehmerschaft in die Tausende gehen kann. Von einer Großversammlung der Pfingstler Anfang des 20. Jh. in Deutschland ist berichtet: „Brausender Gesang wogt durch den Saal. Dann beginnt einer der Leiter auf dem Podium mit Gebet, andere stimmen mit ein. Die Begeisterung schwillt an. Man hört ein Seufzen und Stöhnen, unterbrochen von Hallelujarufen und dem Geschrei „der Heiland ist da”. Die Massensuggestion feiert Triumphe: eins steckt das andere an. Frauen fallen um und winden sich in Zuckungen. Starke Männer wälzen sich am Boden unter Krämpfen. Sündenbekenntnisse werden laut, einer rühmt das Blut Jesu Christi. Auf dem Gipfel der Erregung setzt das Zungenreden ein. Man hört eine Frau etwa den ganzen abend lang rufen „tojetojeto”. Nicht unerwähnt soll bleiben, wie der Führer der deutschen Pfingstbewegung, der frühere Pastor J. Paul in Berlin das Lied „Laßt mich gehen” nach der Eingebung des Geistes in der Zungensprache also gesungen hat: Schua ea, schua ea, o tschi biro, ti ra pea. Akki lungo, ta ri fungo. U li bara. ti ra tungo. Latschi bungo ti tu ta.” (P. SCHEUERLEN, 95).

Demgegenüber relativierte der Apostel Paulus seine Kunst mit den Worten: Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit verständlichen Sinn, auf daß ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen. (1. Korinther 14,19)