Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Gottheiten
 

Fruchtbarkeit

Das Aufgehen der Frucht und das Gedeihen der Tierwelt ist für den Menschen existentiell, unabhängig, ob er er als Sammler oder Bauer, Jäger oder Viehzüchter sein Überleben sichert. Eine hinter dieser Fülle stehende Gottheit ist daher von besonderer Bedeutung.
Von der Idee der Fruchtbarkeit, des hervorbringens von neuem, leitet sich der gesamte Schöpfungsprozeß, in der die Gottheit nacheinander Gestirne, Erde, Licht usw. gebiert.
Die eigene Fortpflanzung, in der auch die Sehnsucht steckt, schließlich ist der Urwunsch des Menschen. Die Genesis der Bibel erzählt, daß die eigentliche Menschwerdung mit der Entdeckung des Geschlechtlichen beginnt. Nach der Vertreibung aus der Paradies ist die Vermehrung das erste, was über Adam und Eva berichtet wird.

Die Fruchtbarkeit der Erde wird deutlich sichtbar in den Jahreszeiten mit ihrem andauernden Zyklus von Blute, Wachstum, Fruchtung und Tod und Wiedergeburt im kommendem Frühjahr. Entsprechend sind Fruchtbarkeitskulte mit der Figur eines sterbenden und wiederauferstehenden Gott verbunden, der die Erdmutter befruchtet. Solche Vorstellungen sind sehr alt, beispielsweise Ischtar - Tammuz.

Feste zur Fruchtbarkeit sind gleichfalls von überragender Bedeutung, man denke etwa an das Osterfest. Im weiteren Sinne ist auch das Gedeihen einer Volkswirtschaft Fruchtbarkeit. Deren Gedeihen wurde daher gern mit persönlichen Fruchtbarkeit des Herrschers verknüpft (Heilige Hochzeit).

Kultische Handlungen sind Opfer oder Gottesdienste, entweder zum Dank für eine gute Ernte (Erntedank) oder als Fürbitte für künftige Gunst. Manchmal wurde der Gottheit auch schlicht mit Entzug weiterer Vereehrung gedroht, sollte sie nicht das Füllhorn ihrer Fruchtbarkeit über die Erde ergießen.
Rituale im Brauchtum sind Tänze oder Reigen, die die Heilige Hochzeit symbolisieren, Erntegaben an Frauen oder der auf dem Acker vollzogene Geschlechtsverkehr.

Symbole der Fruchtbarkeit sind genauso zahlreich wie die Gottheiten. Alles was mit Geschlechtlichkeit und reichlicher Vermehrung zu tun hat, kann dazu herhalten, Eier genausgut wie Frösche oder Hasen oder phallusförmige Nahrung wie Aale oder Gurken.
In der Blumensymbolik wird die Fruchtbarkeit durch die Zitrone (und die Orange) versinnbildlicht (HEILMEYER, S. 82).

 

 

Gottheiten von
Fruchtbarkeit, Acker- und Feldbau

Sammlung: