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   Wesen
 

Götter und Göttinnen

In allen deutschen zungen von jeher ist das höchste wesen einstimmig mit dem allgemeinen namen Gott benannt worden. die formen lauten goth gup, ags. alts. altfries. god, ahd. cot, altn. godt schwed. dän. gud, mhd. golt, mnd. god, (...).
(J. GRIMM, Deutsche Mythologie I, 11)

Der Begriff „Gott” meint übernatürliche Wesen höheren und höchsten Ranges von besonderer Machtfülle. Sie sind machtvoller als dämonische Wesen wie Riesen und Zwerge, Alben oder Geister. Die genannten sind häufig ältere Gottheiten, die allmählich zu Dämonen absanken. Stehen diese dem Menschen oft feindlich gegenüber, so sind die Gottheiten wohlwollend gedacht, sofern der Mensch ihnen gehorsam Folge leistet.

Sie sind entweder als absolute Wesenheiten jenseits aller Vorstellungskraft gedacht (Gott, Jahwe, Allah, Chaos), als vor- oder urzeitliche, auch als Riesen betrachtete Naturkräfte (Okeanos; Audhumbla, Ymir) oder als dem Menschen recht ähnliche Wesen mit individuellem Schicksal und charakterlichen Bedürfnissen (Asen, Olympier). Letztere gelten in der Mythologie häufig als Kinder und Gegenspieler der Vorgenannten bzw. der Nachkommen dieser (Olympier gg. Titanen u. Giganten, Thor gg. Thursen). Selbst sterbliche Menschen sind die als Götter verehrten Kaiser, wie es im römischen Reich seit der Vergöttlichung des Augustus üblich wurde. Eine Zwischenstufe sind die Helden, die als direkte Nachfahren der Götter später selbst solche wurden (Herakles).

Es gibt männliche und weibliche sowie androgyne Gottheiten. Die Mythen berichten häufig von göttlichen Ahnenreihen, bei den oft aus dem Urchaos eine weibliche Muttergottheit (Matriarchat) hervorgeht, die später von einem oder mehreren männlichem Geschlechtern (Vatergott, Patriarchat) abgelöst wird. Beispielsweise kannten die Griechen Chaos, aus dem Gaia hervorgeht, die Mutter des Uranos ist. Der wird von seinem Sohn Kronos gestürzt, den endlich sein Sohn Zeus ablöst. In monotheistischen Religionen gibt es dagegen nur einen zeitlosen Gott.

Eine Eigenschaft von Gottheiten ist ihre Unsterblichkeit, die ihnen entweder aus sich selbst heraus oder dank spezieller Götterspeise ist (Äpfel der Iduna, Ambrosia oder Nektar).

Zahllose Gruppen von Göttern lassen sich einteilen, etwa nach ihrer Lebenszeit Urgottheiten, ewige Gottheiten, sterbende und auferstehende Gottheiten, nach dem Ort Gottheiten von Über- und Himmelswelt, Unter- und Totenwelt, Gestirnsgottheiten oder auf Erden lokal wirkende und universell verbreitete Gottheiten (Stadtgötter, die darin den römischen Genii Locui oder den christlichen Patronen ähneln). Die Elemente, Witterung und die Naturphänomene überhaupt sind Wirkung verschiedener Göttinnen und Götter. Das Leben der Menschen im Besonderen wird von Schicksals- und Orakelgottheiten, Ahnen-, Stammes- und Volks- oder Stadtgottheiten, Königs-, Rechts-, Rache-, Schwur- und Vertragsgottheiten bestimmt, auch Wissenschaft und Künste, Krieg, Sieg und Frieden, Saat und Ernte.

Im Monotheismus sind die Eigenschaften all dieser Götter in einem einzigen Gott vereinigt. Der Gottheit beigesellt sind dann regelmäßig verschiedene übernatürliche Wesen, etwa Engel und Dämonen sowie ein Gegenspieler wie zum Beispiel im Christentum der Teufel.

Dargestellt werden die Gottheiten in Gestalt von Menschen, Tieren, Mischungen daraus, Pflanzen, von Naturerscheinungen oder abstrakt als rein schriftlich offenbarte Gottheiten.

Gott, LINNE 1758
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Gott ist auch von der Naturwissenschaft erfaßt. LINNÉ führt ihn an erster Stelle im Kapitel „Imperium Naturae” seines epochalen Werks Systema Naturae (1758).

 

Der Gottheit nähert sich der Mensch im Gottesdienst oder im privaten Gebet, umgekehrt spricht die Gottheit als dröhnender Donner, offenbart sich als Stimme im Traum, sendet Boten oder erscheint in vielfältiger Gestalt höchstselbst.

Mittler zwischen Mensch und Gottheit sind die Priester der zahllosen Kulte sowie die Seher.

 

Sammlungen von Gottheiten

Große Göttin, Gehörnter Gott, Hoch-Gottheiten, , Boten-Gottheiten, der Erde, des Feuers, der Fruchtbarkeit und des Acker-/Feldbaus, des Frühlings, der Jagd, der Jugend, des Krieges, der Liebe, des Meeres und des Wassers, des Schicksals, Zufalls oder Geschicks, des Sieges, des Todes und der Unterwelt, der Zeit

 

Gottheiten von Himmel und Himmelskörpern

des Himmels, der Morgenröte, der Sonne, des Mondes, des Morgensterns, des Donners, Gewitters, der Winde

 

Gottheiten von Künsten

der Weisheit, der Dichtung, der Schmiedekunst, der Heilkunst