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 Wesen
 
 

Greif

Diese Fabeltiere sind Mischwesen, die den Körper eines Löwen mit Kopf und Flügeln eines Adlers verbinden.

Das Wort Greif leitet sich von gr. gryps ab, das wiederum vom hebräischen Wort Cherub stammt (Cherubim sind die geflügelten Wesen am Altar des biblischen Gottes Jahwe); möglicherweise gehört auch Kekrops, der Name eines altgriechischen Drachenheros’ hierher. (K. BETH i. Handwörterbuch VI,724)

Greife stehen für die Herrschaft in den den Lebensbereichen Luft und Erde.
Frühe Darstellungen finden sich im alten Orient, die Assyrer kannten dieses Mischwesen als k’rub, davon ist das hebräischen Cherub als eine Klasse der Engel abgeleitet, für die Juden symbolisierten sie Altpersien. (BIEDERMANN, Lexikon der Symbole, 170)

Die Griechen kannten Greife als Reittiere des Gottes Apollon, die ihn alljährlich aus dem Land der Hyperboreer tragen. (KERÉNYI, 109) Im hohen Norden sollen Greife das Gold der Hyperboreer bewachen. Sie stehen auch für die Verkörperung der rächenden Göttin Nemesis und drehen das Rad des Schicksals (BIEDERMANN, 170).

Wappen von Swinemünde
Wappen von Swinemünde
 
 
Der Greif ist Wappentier von Pommern. Im Bild hält der pommersche Greif im Wappen von Swinemünde (heute Swinoujscie) einen Anker, was die Bedeutung des Hafens für den Ort symbolisiert.

Mehrfach wird geschildert, wie Greife dadurch überlistet werden, daß sich die jeweiligen Helden in eine Haut einnähen lassen und so von den Greifen fortgeflogen werden, weil die sie für Kadaver halten, also Nahrung.

Zum Beispiel können sich so Herzog Ernst und seine Recken von der Magnetinsel retten, das Motiv ist auch aus der orientalischen Sammlung „1001 Nacht” bekannt, gleichfalls aus mittelalterlichen Geschichten um den römischen Dichter Vergil, der als tüchtiger Magier galt.