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| Wetter | |
Wenn unterkühlte Wassertropfen in der Höhe mit Eis- oder Schneekristallen zusammentreffen, so bildet sich der Hagel, ein mehr oder weniger fester Niederschlag. Am häufigsten hagelt es in der warmen Jahreszeit während eines Gewitters.
Hagelkörner können recht groß werden, sehr schwere Exemplare einen Durchmesser von über 50 mm erreichen. Wenn solch ein Trumm aufschlägt, kann er einige Zerstörung anrichten. Aber schon normalgroße Exemplare (5 bis 15 mm) können eine Ernte vernichten, wenn sie ähren oder Trauben von Getreidehalm oder Weinstock schlagen. Auch der Blüte droht durch Hagelschlag das Verderben.
In den Zeiten grassierenden Hexenwahns machte man, besonders in unsicheren Kriegs- und Hungerjahren, Wetterhexen für das unerklärte Phänomen verantwortlich.
Die Autoren des Hexenhammers, H. Institoris u. J. Sprenger, empfahlen in ihrem 1487 erschienen Werk, drei Hagelkörner unter Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit in ein Feuer zu werfen, dabei Vaterunser, Ave Maria, den Anfang des Johannesevangeliums und weitere liturgische Formeln zu sprechen. Davon höre das Unwetter sogleich auf — allerdings nur, wenn es durch Behexung hervorgebracht worden war (LOREY, 165). Da ein Hagelschauer meist nicht allzu lange dauert, die angeratene Zeremonie aber ihre Zeit in Anspruch nehmen dürfte, läßt sich denken, daß im Anschluß häufig nach menschlichen Schuldigen gesucht wurde.
Schutzpatrone gegen Vernichtung der Ernte durch Hagelschlag sind die Heiligen Amalberga von Tamise, Barnabas, Christophorus, Dominikus, Godehard von Hildesheim, Johannes, Johannes der Täufer, Johannes von Rom, Markus, Markus von Tavon, Paulus von Rom und Romedius.
Das apokryphe Evangelium des Bartholomäus nennt als Engel des Hagels den Mermoth. Er hält den Hagel auf seinem Haupt, und meine [des Satan] Diener beschwören ihn und schicken ihn, wohin sie wollen (Bartholomäus-Evangelium. In: WEIDINGER, Die Apokryphen, 501).
Bei PLINIUS heißt es, vor Blitz- und Hagelschlag schütze der Smaragd, besonders dann, wenn er zu einem Adler oder einem Käfer geschnitten ist.
Der südslavische Bauer bildet sich ein, daß Hexen in den dunklen Hagelwolken reiten. Deshalb schießt er nach ihnen, um die Hexen herunterzuholen, wobei er sie mit den Worten verflucht: ,Fluch Herodias, deine Mutter ist eine Heidin, von Gott verdammt und durch das Blut des Erlösers gefesselt.’ (FRAZER, 942f.)
April, dein Segen
heißt Sonne und Regen.
Bloß den Hagel,
den häng an den Nagel.
Hagelt’s Juli und August,
vorbei des Bauern Freud’ und Lust.
Selten wie ein Kopf ohne Nagel,
so selten Juli ohne Hagel.