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| Religion und Kultus | |
Der Gottesdienst im schattigen, stillen Hain war bei vielen Völkern üblich. Inmitten eines von Bäumen umstandenen Rundes steht ein einzelner Baum, ein großer Stein oder sonst ein Heiligtum natürlicher oder menschlicher Herkunft.
Haine als heidnische Kultorte galten (womöglich) als Symbol der Gebärmutter der Großen Göttin. Das Heiligtum darin war ihr Kind oder der Geliebte der Göttin (WALKER, 342):
Als Erysichthon den Hain der Demeter schändete, verdammte ihn die Göttin zu unstillbarem Heißhunger.
Der biblische Prophet Jeremias beklagt, wie das abtrünnige Israel immer wieder die alten Kultorte aufsucht, in diesem Beispiel vielleicht einen der Astarte: Allein erkenne deine Missetat, daß du wider den HErrn, deinen Gott, gesündigt hast und bist hin und wieder gelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen, und habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HErr. (Jeremias 3,13)
Besondere Bedeutung hatten Haine bei Kelten und Germanen. Der römische Gewährsmann Tacitus erwähnt den Hain der Mutter Erde Nerthus, der irgendwo im Ozean auf einer Insel liege. (TACITUS, 40).
Irische Druiden sollen besonders den Eichenhain von Derry geschätzt haben und schätzen.
Auch männlichen Gottheiten waren Haine geweiht, so dem römischen Jupiter in seinem Hain bei Rom.
In Antiochia hatte der griechische Gott Apollo Daphnaeus in einem Hain besonders schöner Lorbeerbäume seinen Tempel.
Heilige Bäume der Gottheiten gefällt zu haben brüsteten sich verschiedene Boten der die alten Riten ablösenden Religionen. Das bekannteste Beispiel für Mitteleuropa ist vielleicht die Fällung der Donar-Eiche durch den christlichen Missionar Bonifatius.