| < zurück | |
| Hexerei | |
(auch Herodias, Pharaildis) Eine angebliche Göttin der Hexen, die John von Salisbury (gest. 1180) in seiner Schrift Policraticus erwähnte. Diese Göttin Herodia soll nachts Zauberer um sich versammelt haben um mit ihnen Orgien zu feiern und obszöne Riten abzuhalten. (DONOVAN, 88)
Im Neuen Testament war Herodias die Gemahlin des Herodes, welche ihre Tochter angestiftet hatte, als Lohn für ihren Tanz den Kopf Johannes des Täufers zu verlangen. Ihr Name wurde ab dem 10. Jahrhundert zu einen Synonym für die griechische Göttin Hekate. (WALKER, 375)
Als Pharaildis ist sie im Ysengrimus des NIVARDUS (12. Jh.) erwähnt. Diese soll eine Jungfrau und Tochter des Herodes gewesen, welche in Liebe zu Johannes dem Täufer entbrannte. Dieses mißfiel Herodes, der den Täufer darum enthaupten ließ. Pharaildis ließ sich den Kopf zeigen, bedeckte ihn mit ihren Tränen und wollte ihn küssen, doch der Atem des Kopfes stieß sie zurück und blies Pharaildis durch eine Öffnung in der Decke des Hauses. Seither wird Pharaildis vom Zorn des Heiligen verfolgt. Es heißt, ein Drittel der Menschheit diene dieser schwer geprüften Herrin, die während des zweiten Teils der Nacht auf den Eichen und Haselnußsträuchern ruht bis zum letzten Schrei des schwarzen Hahns. Sie trägt heute den Namen Pharaildis, wurde aber früher Herodias genbannt. (LECOUTEUX, 22f.)
Der südslavische Bauer bildet sich ein, daß Hexen in den dunklen Hagelwolken reiten. Deshalb schießt er nach ihnen, um die Hexen herunterzuholen, wobei er sie mit den Worten verflucht: ,Fluch Herodias, deine Mutter ist eine Heidin, von Gott verdammt und durch das Blut des Erlösers gefesselt.’ (FRAZER, 942f.)