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 Dämonologie / Hexerei
 
 

Nicholas Jacquier (Jacquerius)

(1402 bis 1472) Ein französischer Prediger, der dem Orden der Dominikaner angehörte und im fünfzehnten Jahrhundert in Frankreich die Inquisition leitete.

Nicht nur in Frankreich führte er seinen Feldzug gegen die Ketzerei durch (1468 bis 1472 in Lille), auch in Tournai, Flandern (1465) und Böhmen (1466) entfaltete er sein — je nach Sichtweise — mörderische oder seelenrettende Wirkung. (PICKERING, 171)

Als einer der ersten vertrat Nicholas Jacquier die Ansicht, Hexen gehörten einer organisierten, antichristlichen Sekte an. In diese Meinung wurde er bestätigt, als der Benediktiner Magister Guilhelmus (1457 im Gefängnis gest.) gestanden hatte, der Teufel könne ihm sein Reich ausbreiten, er müsse aber in seinen Predigten die Existenz einer derartigen Sekte als bloße Einbildung leugnen. Das habe der Benediktiner auch getan, „zur Beschwichtigung der Bevölkerung des Vaterlandes”. Nicholas Jacquier beklagte in seinem 1452 begonnenen, 1458 vollendeten Werk Flagellum haereticorum fascinariorum, in jener „Sekte oder Synagoge dieser Zauberer stellen sich nicht nur Weiber ein, sondern auch Männer und, was noch ärger ist, sogar Priester und Mönche, welche die Dämonen ... unter Verleugnung Gottes mit Opfern, Anbetung und mit Küssen als ihren Herren und Meister verehren.” (BIEDERMANN, 237 u. PICKERING, 171)

Nicholas Jacquier galt der angebliche Hexenglaube also als Häresie. Es sei sogar die sträflichste von allen, denn seine Anhänger verleugneten wissentlich und absichtlich die Kirche Jesu Christi. (PICKERING, 171)