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| Dämonologie / Hexerei | |
(lat. Johannes Bodinus) Ein französischer Jurist und Philosoph, der 1529 [oder 1930] in Angers geboren wurde, wo er 1596 an der Pest starb (PICKERING, 42). Er war Calvinist oder vertrat zumindest calvinistische Ansichten, seine Sicht der Hexerei deckt sich weitgehend mit der Anschauung der Dominikaner. (DONOVAN, 160)
1580 veröffentlichte Bodin in Paris sein Buch De la démonomanie des sorciers (Dämonenkunde der Hexen). Das Buch zeichnete sich durch einen Fanatismus aus, der dem der Autoren des Malleus Maleficarum (Der Hexenhammer von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris) kaum nachstand. Dem Hexenhammer war auch der Einfluß auf die Hexenverfolgungen in Frankreich vergleichbar, beide Bücher empfehlen Gerichtspraktiken, die jeder Menschlichkeit und sauberen juristischen Praxis spotten, sogar zur Folterung von Kindern wird geraten (DONOVAN, 159ff.). Dagegen lehnte Bodin, der in vielen Hexenprozessen den Vorsitz führte, das Verbrennen verurteilter Hexen auf dem Scheiterhaufen ab — diese Strafe sei zu mild, weil der Tod viel zu rasch eintrete. (PICKERING, 42)
Die Daemonologie des Jean Bodin inspirierte auch Jakob I., damals König von Schottland, zum Verfassen einer ähnlichen Schrift. (KUPER in: KIESWETTER, 22)
Von Bodin stammt eine der ersten juristischen Definitionen des Begriffs Hexe: Jemand, der, obwohl er Gottes Gesetze kennt, dennoch versucht, durch einen Pakt mit dem Teufel einen bestimmten Zweck zu erreichen. (DONOVAN, 160)
1591 erschien in Straßburg De magorvm daemonomania. Vom Außgelasnen Wütigen Teuffelsheer. Darin erklärte Jean Bodin den Bactrianisch König Zoroastres zum ersten Teuffelsdiener [...] / so solches Gottloses geschäfft in Persien offentlich sich hat außthun dörffen. (n. DAXELMÜLLER, 136)
So sehr Bodin auch den Glauben an die Hexerei verfocht und sie zu bekämpfen trachtete — einer der Ketzerei verdächtigen Strömung, der Kabbala, brachte er größte Hochachtung entgegen. Er sah in ihr die gerechte Außlegung des Gesatzes Gottes / so vnter den Buchstaben verborgen liget / oder der Buchstaben andeutet Vn[d] bescheinet. Vnnd nicht desto weniger ist sein vorhaben / Wunderzeiche[n] durch krafft der Buchstaben vn[d] Charactern zuwürcke[n]. (ebd., n. DAXELMÜLLER, 242)
De la démonomanie des sorciers, das die Hexerei betreffende Werk Bodins, ist in einer aktuellen, deutschsprachigen Ausgabe nicht verfügbar (Stand: Mai 2004). 1988 erschien bei Olms in Hildesheim ein Nachdruck der Ausgabe von 1580, die allerdings vergriffen ist. Antiquarisch ist das Buch regelmäßig erhältlich, aber nicht gerade billig.
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