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 Hexerei / Zauberei
 
 

Magischer Kreis

(auch Asyl, Zirkel) Eine runde Fläche, in deren Schutz Dämonen beschworen werden, ohne daß die den Zaubernden gefährden können.

Mit Holzkohle, Kreide, Schwert, Hexenmesser oder Zauberstab wird im Uhrzeigersinn eine geschlossene Kreislinie von 2,75 m Durchmesser gezogen, darin ebenso sorgfältig ein weiterer geschlossener Kreis von 2,45 m. Sollen Geister beschworen werden erfolgt das Zeichnen des Kreises gegen den Uhrzeigersinn (siehe Widdershins). Wichtig ist, daß alle verwendeten Gegenstände frei von unheilbringender Verunreinigung sind.

In dem Ring werden magische Gegenstände placiert und Beschwörungsformeln geschrieben. Etwa Schüsseln mit Wasser, Kräuter und Namen Gottes, besonders Tetragrammaton (Südosten), Eheyt (Südwesten), Elijon (Nordwesten) und Eloha (Nordosten). Der innere Kreis wird weiter ausgeschmückt, besonders mit dem Pentagramm. Weihrauch und Kerzenschein vervollständigen das Arrangement.
Es gibt überaus komplizierte Anleitungen zur richtigen Ausschmückung des Zirkels und zahlreich sind die vielen verschiedenen anzubringenden Namen, deren Bedeutung auch den mittelalterlichen Autoren teils unklar war (siehe z. B. bei DAXELMÜLLER, 119f.).

Ist alles ausgeführt, betritt die Hexe den Kreis und beginnt die Beschwörung. Unter gar keinen Umständen darf dabei das schützende Rund verlassen werden, ehe das Ritual beendet ist und alle Dämonen gebannt sind. Es dürfen auch keine Geschenke von außerhalb angenommen oder versprochen werden. Sonst ergeht es der Hexe oder dem Zauberer womöglich wie dem Chiancungi aus Ägypten, der den Magischen Kreis vorschnell verließ und daraufhin vom Dämon zermalmt wurde (PICKERING, 215). Ebensolches Verhängnis ist zu erwarten, wenn die Kreislinie nicht sorgsam geschlossen wurde.

Es gibt sehr komplizierte Anleitungen zum Vollzug des Rituals. So soll der Magische Kreis ausschließlich mit einer Haselrute von exakt 49,35 cm Länge gezogen werden. Diese Rute sei bei Sonnenaufgang mit dem blutbefleckten Hexenmesser zu schneiden (PICKERING, 319).
Auch ein zum Ziehen des Kreises verwendetes Schwert muß nicht nur selbst geschmiedet sein und bestimmte Namen und Symbole tragen, es muß auch auf spezielle Art abgekühlt werden, etwa im Blut von Elstern oder Maulwürfen (HABIGER-TUCZAY, 240).

 

Zu Pestzeiten wurden „Rubine und Saphire (...) in Wacholderöl getaucht, und man zeichnete damit Zauberkreise um die Krankenstuben” (FISCHER-RIZZI, 165).

Der Römer PLINIUS liefert eine Sammelanweisung für das zauberkräftige Eisenkraut, wie sie von keltischen Druiden beachtet wurde. Dernach müsse man beim Aufgang des Hundssterns zunächst die Erde mit Wachs und Honig versöhnen, ehe in sonnen- und mondscheinloser Zeit mit Eisen ein Kreis um das Kraut gezogen wird, das man dann mit der linken Hand pflückt (n. ARENS 132).

 

Nach HARTMANN bildet sich um denjenigen ein schützender Kreis, in dessen Herzen nichts Unreines erhalten ist und der darum durch sein höheres Selbstbewußtsein geschützt ist, wenn er in Kontakt mit der Welt der Geister tritt. (Seelenbräute und Vampirismus, 12).

 

Laut mittelalterlichen Prozeßakten sollen Dämonenbeschwörer an Kreuzwegen oft nicht magische Kreise gezogen haben, sondern unter sich Rinderhäute ausgebreitet haben, da diese der Teufel nicht betreten könne. (BIEDERMANN, 253)