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 Hexerei
 
 

Verhexen

Wenn eine Hexe ihren Zauber auf etwas richtet, so ist dieser Gegenstand, dieses Tier oder dieser Mensch verhext.

Eine Verhexung soll nicht schwer zu erkennen sein. Wenn ein gesundes Kind dahinwelkt, das Vieh plötzlich zu kränkeln beginnt oder die Milch vor der Zeit gerinnt, dann soll das sicheres Zeichen einer Verrufung sein. Die Mutter erkenne beispielsweise eine Behexung ihres noch ungetauften Kindes, wenn die Stirn des Säuglings salzig schmeckt oder wenn das Kind übermäßig weint (FRISCHBIER, 8).

Solche Verhexung soll durch viele Methoden möglich sein, bei direkter Begegnung beispielsweise durch Besprechen, Anhauchen, Auflegen der Hand oder Beschütten. Auf die Ferne sollen Flüche und andere, dem Wind übergebene Verwünschungen oder vergrabene Hexenflaschen wirken.

Wenn das Bier sauer wurde, die Butter nicht rahmte, ein Vieh erkrankte — oft genug wurde als Ursache schädliches Wirken einer Hexe ausgemacht.

In Bielefeld mahnte man: „tritt eine alte, mit triefenden augen, ins haus, redet ein kind an und liebkost es, so behext sie es; ebenso wenn sie das vieh anrührt und bewundert.” (GRIMM, A. 787)

Schaden soll die Hexe auch, indem sie den Ertrag eines Feldes oder Viehs zu ihren eigenen Gunsten umlenkt, beispielsweise durch heimliches Abmelken der Milch.

In dieser Weise etwas verhext zu haben war oft vorgeblicher Grund, vor dem Inquisitionsgericht Anklage wegen Hexerei zu erheben.

 

Ein Aberglaube rät, in der Walpurgisnacht die Stalltüren mit drei Kreuzen zu versehen, damit die Hexen weder einem selbst noch dem Vieh schaden können. Man soll zu solchem Zwecke auch Kreuzdorn auf Krippen, Futtertröge und Stalltürschwellen nageln (Sechstes und siebentes Buch Mosis, n. BAUER, 135).

Vor Verzauberung sollen die stacheligen Zweige und die Hagebutten der Hundsrose schützen (WEHR, 129f.).