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 Allmende
 
 

Himmelsrichtungen

-- in Sammlung --

OstenSüdenWestenNorden
MorgenMittagAbendMitternacht
FeuerWasserErdeLuft
 

Bei den alten Agyptern wölbte sich die Himmelsgöttin Nut über den Erdgott Geb. Dabei berührte sie die Erde mit den Spitzen von Fingern und Zehen, wodurch die vier Himmelsrichtungen symbolisiert sind.

In den nordischen Mythen sind es vier Zwerge, die den Himmel tragen und deren Namen die Himmelsrichtungen sind, Nordi, Austri, Sudri und Vestri.

Jeder der vier Himmelsrichtungen ist einer der Erzengel zugeordnet, die als Wächter rund um den Thron Gottes stehen, Michael im Osten, Uriel im Süden, Raphael im Westen und Gabriel im Norden (MALA, 67).

In einer mittelalterlichen Anleitung zur Herstellung eines magischen Zirkels finden sich unter anderem die Namen von vier Königen: Galtinus ist König des Nordens, Baltinus König des Ostens, Saltinus König des Südens und Ultinus König des Westens. (DAXELMÜLLER, 119f.)

Zu den elementaren Zuordnungen: Das Feuer entspricht der im Osten aufgehenden Sonne, in der Erde befindet sich die im Westen gelegene Unterwelt und der kühle Norden repräsentiert den Wind (Luft).

 

Osten (lose Sammlung)

„Morgen”.

Bei J. GRIMM ist zu lesen, ehedem beteten Christen mit erhobenen Armen gen Osten, während Heiden bei Gebet und Opfer nach Norden schauten (Deutsche Mythologie, Bd. I, 28).

Allerdings heißt es auch von Odin, daß der mit Blick nach Osten angerufen wurde (ebd., Bd. III, 22).

Auch in Indien betet man am frühen Morgen in Richtung Osten, der Süden heißt darum daxa, daxima, „die rechte Seite” (ebd.).

 

Süden

„Mittag”.

 

Der Westen

„Abend”.

Jeweils siebzehn Nächte nach einem Vollmond zeigt sich nach drei mondlosen Nächten erstmals die Sichel des neuen Mondes als ein Silberstreif am westlichen Horizont.

Am westlichen Tor von Odins Halle Walhall, durch das der Einherier in dieses nordische Heldenparadies eintritt, hängt ein Wolf, darüber droht ein Adler (Edda, Grimnirlied 10).

Im Westen, wo die Sonne täglich untergeht, liegt das Land des Todes. Auch wuchs westlich von Walhall die Mistel, deren Zweig dem nordischen Gott Balder den Tod brachte.

Die Najaden des Westens bestatteten den von Zeus in den Eridanos gestürzten Phaeton. (OVID, Metamorphosen II, 323f.)

Der griechische Seefahrer Odysseus begab sich nach Westen, um im Auftrag der Kirke am Eingang zur Unterwelt die Seelen der Toten zu befragen.

 

Norden

„Mitternacht”.

Die Heiden schauten bei Gebet und Opfer nach Norden. Der Norden galt den Christen, die gen Osten beteten (s. o.) darum als heidnische, unselige Gegend. Gegen „Mitternacht soll kein Wurf geschehen” (J. GRIMM, Deutsche Mythologie, Bd. I, 28).