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 Der Mensch
 
 

Horn, Nägel

-- in Vorbereitung / Sammlung --

Aus den Fingernägeln der Toten wird das Totenschiff Naglfar der nordischen Mythologie gebaut, daß einst die Riesen nach Asgard bringen wird, um dort die letzte Schlacht zu schlagen. Man schneidet deshalb Verstorbenen die Nägel, um die Fertigstellung dieses Schiffes zu verzögern.

Fingernägel sind wie auch Haare häufige Bestandteile bei magischen Praktiken, zum Beispiel beim Liebeszauber oder bei der Behandlung von Krankheiten. Ihnen wohnt als ehemaliger Bestandteil des Körpers der zu bezaubernden Person eine Art gemeinsamen Schwingens inne, die sympathetisch das Zaubermittel mit der Zielperson verbindet.

Im alten Rom kannte man gegen Fieber die Empfehlung, dem Erkrankten die Fingernägel zu schneiden und sie mittels Wachs an die Tür eines Nachbarn zu heften. Dadurch würde die Erkrankung auf den Nachbarn übertragen. (FRAZER, 790)

Am Karfreitag, so rät der Aberglaube, soll man vor Sonnenaufgang kreuzweise die Nägel von Händen und Füßen schneiden und sie zu einem Kreuzweg tragen. Das verhindere dauerhaft Zahnschmerzen. (Das sechste und siebente Buch Mosis, 134)

freitags nägel an händen und füßen geschnitten hilft wider zahnweh.” (GRIMM, A. 340)

In der „Chemnitzer Rockenphilosophie” heißt es: „wer über abgeschnittene nägel geht, wird dem gram, dessen sie gewesen sind.” (GRIMM, A. 319)

Weiße Flecken auf den Fingernägeln sollen Glück bedeuten (aus Berlin, n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 436).

Die Sagen und Märchen vom Bärenhäuter wissen von der Bedingung des Teufels, ein Begünstigter dürfe sieben Jahre lang weder Haare noch Nägel schneiden (GRIMM, Kinder- und Hausmärchen, 100 u. 101).