Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Mensch / Körper
 
 

Knochen, Gebeine

(Os, Mz. Ossa) Bei allen Wirbeltieren außer den Knorpelfischen (z. B. Haie) sind die Knochen die feste Stützsubstanz des Körpers. Knochengewebe bestehen aus einer faserigen Grundsubstanz, in welcher kittartig kalhaltiges Material eingelagert ist. Untereinder verbunden sind die Knochen durch Bänder und Gelenke, und bilden so das bewegliche Skelett. In der Hauptsache unterscheidet man die langestreckten Röhrenknochen (siehe Abbildung rechts) von platten bzw. breiten Knochen, welche besonders am Schädel oder im Becken zu finden sind.

Weil Knochen nach dem Tod eines tierischen (und also auch menschlichen Organismus einige Zeit bestehen erhalten bleiben (ähnlich Haaren und Zähnen), haben sie auch in Kult und Magie ihre besondere Bedeutung.

 

Oberschnenkelknochen vom Hirsch
Knochen

 
Seine List setzte Prometheus zugunsten der von ihm geformten Menschen ein, als es um die Aufteilung der Opfertiere ging. Prometheus schlachtete zu Mekone einen Stier und teilte die Teile in zwei Haufen. Der eine waren die blanken Knochen, bedeckt von Fett, der andere das Fleisch und das gute Geweide, das er in die Magenhaut wickelte. Zeus sollte nun den seinen wählen. Der durchschaute die List, griff aber absichtlich nach den Knochen (HESIOD, Theogonie, 535ff.).
Das war dem Zeus nun Vorwand, den Menschen das Feuer wieder zu nehmen.

 

Sofern das Gerippe unversehrt bleibt, sollen sich geschlachtete und verspeiste Tiere wieder zum Leben erwecken lassen. Der nordische Gott Thor erweckte einen Tags zuvor gebratenen Bock zum Leben, indem er seinen Hammer Mjöllnir darüber schwang - leider hatte der zum Mahl geladene Bauer das Mark aus einem der Knochen gebrochen, weshalb das Tier fortan lahmte.
ähnlich soll mancher Schwarzkünstler zum Erstaunen seiner Zeitgenossen Fische gegessen haben, die zu neuem Leben erwachten, wenn ihre Gräten zurück ins Bassin gegeben wurden.

Bei der Kreuzigung Jesu stach ihn nach Eintritt des Todes ein römischer Soldat [Longinus] mit seiner Lanze in die Seite, worauf Blut und Wasser hinaustroffen. Üblich wäre es gewesen, dem Gekreuzigten die Beine zu brechen, wie es bei den beiden mit ihm gekreuzigten Verbrechern [Dysmas und Gestas] auch vorgenommen wurde (Johannes 19,32-34).

 

Als „Gebeine der Erde” gelten Fels und Stein.
Nach nordischer Vorstellung entstanden die Gebirge aus den Gebeinen des von den Asen erschlagenen Urriesen Ymir (Edda, Grimnirlied, 40).

 

Von den Gebeinen des „Teufelspapstes” Silvester II. heißt es, immer wenn der Tod eines Papstes naht, rasselten seine Gebeine, worauf eine Inschrift an seinem Grab anspielt.

 

In astrologischer Körperbetrachtung entspricht den Knochen der Planet Saturn (BIEDERMANN, 387).

 

Zur Stärkung des Knochengerüsts, etwa zur Linderung altersbedingter Osteoporose, rät die Edelsteinheilkunde zum Aquamarin. (STEPHAN u. ASCHBERG, 106)