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| Geistwesen | |
Besonders in Mooren und Niederungen, auch auf Friedhöfen, kommen diese Alben vor, besonders werden sie während der Dämmerung beobachtet. Sie gehören zu den Alben, wobei es heißt, daß nicht die Lichter selbst jene Wesen sind. Vielmehr halten diese kleine Flämmchen empor, welche dem Menschen sichtbar sind.
Besonders werden solche Erscheinungen an den Grenzen zum Albenland beobachtet. Wer sich ihnen, von Neugier gepackt, unvosichtig zu nähern versucht, der kommt vom Wege ab, wird in die Irre geleitet.
Die Irrwische stammen von Menschen ab, deren Seelen keine Ruhe finden und zwischen den Welten umherirren. Oft sind es Seelen ungetaufter Kinder oder Wucherer, die nach ihrem Tod als Irrlichter in den Grenzlanden umherstreifen. Sie sind weit verbreitet und von verschiedener Gestalt, mal ein Kind, mal ein Pferd oder eine Ziege.
In einer von den Gebr. GRIMM aus Mecklenburg mitgeteilten Sage heißt es, die Irrwische seien ehedem Landvermesser gewesen, welche die Grenzen trügerisch falsch gemessen hätten und darum nach ihrem Leben umhergehen und die Grenzen hüten müssen. (Deutsche Sagen Nr. 284) Auch Grenzsteinverrücker soll solches Schicksal treffen.
In England und Schottland kennt man sie als Spunkies, in Schotland besonders als Nimble Men und Merry Dancers, in Enland als Will-o´-the Wisp, Elf Fire, Kit-with-the-Vanstick oder Joan-in-the-wap, in Wales Ellyldan, in Tschechien als Swetylko, auf Island Loka daun, in Skandinavien die Lygte, Lyktgubbe und Irrbloss, im alten Rom die Ignis Fatuu, auf Sardinien die Candelas in Italien als Fouchi Fatui, in Frankreich sind es Tan Noz, Annequins, Fioles, Loumerettes und Culards. In Deutschland kennt man die Luchtemännchen (oder Lüchtemännchen), Huckepoten, Heerwische, Fuchtelmann, Zünsler, Gloiniger Mann, Tückebold (von tuk, hastige Bewegung), Moorleuchten und Irrlichter (ARROWSMITH, 35 und GRIMM, Dt. Mythol., 763f.). Es sind darüber hinaus aus ganz Europa unzählige weitere Namen für diese Geister bekannt.
In einem Aberglauben aus Pforzheim heißt es: ruft man dem feurigen mann: ,Steuble, Steuble mach dich leicht, auf daß du bald bei mir seist!’ so kommt der irwisch, und man muß ihn hockeln. betet man, so naht er, flucht man, so flieht er. (GRIMM, A. 611)
Eine Sage aus der Gegend von Rauen im südöstlichen Brandenburg weiß von einem Pfarrer, der spät abends in seiner Kutsche heim fuhr, wobei ihm einige kleine Lichter erschienen, die um seinen Wagen herumtanzten. Der Pfarrer sagte zu den Lichtern, sie mögen sich nach vorne vor die Pferde begeben, es gäbe auch ein Trinkgeld dafür. Tatsächlich tanzten die Lichter nun vor dem Wagen und leuchteten ihnen bis ins Dorf voran, wo der Pfarrer ihnen das versprochene Trinkgeld zuwarf. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 88)
Nicht weit davon entfernt ging einmal ein Bauer aus Hermsdorf (bei Märkisch-Buchholz) spät Abends kühn auf ein Irrlicht zu. Dieses wich vor ihm, aber der Bauer setzte nach und stellte fest, daß das Irrlicht einer Gestalt mit überlangen Beinen glich, die ganz aus Feuer bestand, aber da war es mit einem Mal verschwunden und der Bauer hatte Mühe, in der Finsternis den Weg wiederzufinden. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 89)
Einem Prediger begegneten bei Storkow nachts einmal ein Lüchtemännchen, das lustig vor seinen Pferden hüpfte. Weitere kamen hinzu, daß die Pferde ganz scheu wurden. Der Prediger begann ängstlich an zu beten, aber es kamen nur immer mehr hinzu. Da meinte sein Knecht, er wolle sie schon vertreiben und fluchte: Wollt ihr wohl gehen in Teufels Namen! und augenblicklich waren die Lichter verschwunden. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 90)
Der Seemann beobachtet gelegentlich das Elmsfeuer an der Mastspitze. Auch die Nordlichter gelten als Erscheinungen der Irrwische.
Prosaischere Naturen deuten die Irrlichter nicht als Alben, sondern als aufsteigende Gase (Methan), die sich selbst entzünden, doch sind sich auch die Naturwissenschaftler dessen nicht ganz sicher.