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| Geister, Alben, Wichte | |
(ahd. Walter des Hauses) Im deutschen Volksglauben gehören Kobolde zu den Hausgeistern, es ist dies aber ein Sammelbegriff, unter dem verschiedenste Haus-, Natur- oder Poltergeister zusammengefaßt sind. Kobolde sind zwergenhaft klein und meist häßlich, bald helfend, bald strafend, geschäftig und neckisch wie die sehr ähnlichen Zwerge. Sie gehören insgesamt zur Gruppe der Alben (HERRMANN, 133).
Den Kobolden werden Speisen gereicht, um sie den menschlichen Bewohnern gewogen zu halten, denn gern suchen die Kobolde die Nähe des Menschen und verrichten ihnen den Haushalt, treiben auch allerlei Schabernack, über den sie selbst am meisten lachen. Schon im Mittelalter heißt es ,lachen wie ein Kobold´ (HERRMANN, 135). Treiben sie es damit zu bunt, werden sie den Hausbewohnern lästig und ähneln dann mehr den Poltergeistern.
Ehe die menschlichen Siedlungen sich überall hin ausbreiteten, bewohnten die Kobolde (wie die Baumnymphen des antiken Griechenlands) Bäume. Sofern dieser Baum geschlagen wird, kann der Kobold im Holz verbleiben und an dessen Bestimmungsort weiterleben (z. B. der Klabautermann im Mast des Schiffes). Kleine geschnitzte Puppen aus diesem Holz sind ebensolcher Lebensraum des Koboldes und werden sorgfältig in Kästen verschlossen aufbewahrt und bringen bei guter Behandlung Wohlstand in das Haus (ARROWSMITH, 139f.).
In einer Sage aus Nieder-Kränig im früheren Brandenburg ist von einem Kobold die Rede, dessen Äußeres (rote Jacke, rote Kappe) und Aufenthalt (in einer Tonne auf dem Dachboden) dem Puck glich und der am Abend wie ein kleiner Drache aus dem Haus fuhr und Getreide und Geld heranbrachte. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 48)
Kleine Figuren aus der Alraunwurzel (Galgenmännlein), Holz oder Stroh, bestrichen mit Butter und getrocknet am Herd, symbolisieren den Kobold und gelten als Glücksbringer für Haus und Hof (ålrûn war im Saterland und in Ostfriesland Bezeichnung für den Kobold, KUHN u. SCHWARTZ, C. 220). Noch heute erfreuen sich Hausgeister besonderer Wertschätzung: In Gestalt von Nußknackern, Gartenzwergen oder als Stutenkerl begegnen sie auch im modernen Haushalt; Kraftfahrer haben oft kleine Figuren in ihren Fahrzeugen.
Die im Kasten verschlossene Koboldfiguren durften nicht von unberufenen geöffnet werden. Zur Abschreckung vorwitziger Kinder ersann man daher die heute als Scherzartikel bekannten Springteufel. (ARROWSMITH, 141)
Die Hexen sollen ihre Kobolde an besonderen Stellen ihres Körpers nähren, die während der Hexenverfolgungen die Inquisitoren anhand der Hexenmale zu erkennen glaubten. Die Kobolde der Hexen sollten besonders in Gestalt von Katzen, Amseln oder Mäusen erscheinen.
Auch in Gestalt eines Fisches soll sich der Kobold zeigen. Bei Hermsdorf nahe Wendisch-Buchholz (seit 1937 Märkisch-Buchholz) sollen Fischer einml einen merkwürdigen Fisch mit großen gelbglitzernden Augen gefangen haben, der plötzlich mit einem hellen Gelächter aus dem Kahn zurück ins Wasser sprang. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 87)
Bekannte Kobolde sind der Puck, der Pumphut, der Klabautermann u. v. a., die Slawen kennen den Gumenik, der unter dem Dach des Hauses lebt. In Begleitung des Bacchus bzw. Dionysos der griechisch-römischen Welt zogen die Cobali umher.