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| Geister, Alben, Wichte - Hausgeister | |
(auch Pûkse, Pûks) Ein Kobold. Der Puck bewohnt als Hausgeist das Gebälk im Dach eines Hauses. Er lebt ortsfest und verbleibt auch nach Abbruch eines Hauses in seinem Lebensraum. Besonders gern soll er sich in alten Mühlen aufhalten, aber auch sonst in alten Gebäuden aller Art. In Haus und Hof macht sich ein seinen menschlichen Mitbewohnern wohlgesonnener Puck gern nützlich.
Der Puck melkt die Kühe, striegelt die Pferde, arbeitet in der Küche, treibt das Gesinde an und macht anderes mehr. Keinesfalls soll man ihm, will man ihn bei sich behalten, einen Rock oder ein Paar Schuhe hinlegen, weil er einem mit seinem zerschossenen roten Rock Leid tut, da er dann augenblicklich verschwinde. Statt dessen stellt man ihm täglich etwas frische Milch hin und läßt ihn sonst in Ruhe.
Um so einen im alten Haus vorhandenen hilfreichen Hausgeist auch im neuen Haus beherbergen zu können, soll man so viele Balken wie möglich von dem alten Haus verbauen, da sich dieser Geist im häuslichen Gebälk aufzuhalten pflege (KUHN u. SCHWARTZ, S. 17). Wünscht man aber einen verärgerten Puck nicht länger als Untermieter, sollte man daher bei einem Neubau auf derart gebrauchte Balken verzichten.
Kindern ist der Puck nach Aussage mancher Sage sichtbar:
An der Ecke der Königsstraße in Swinemünde stand ein kleines Haus, dessen Besitzer ein wohlhabender Mann war, dem alles nach Wunsch verlief. Das hatte er dem Puck zu verdanken, der in dem Haus wohnte. Nach ihm baute ein Bäcker dort ein steinernes Haus mit neuem Gebälk, er soll es im Leben nicht recht froh gewesen sein. Demjenigen aber, der das alte Gebälk gekauft und in seinem Haus in der Lootsenstraße verbaut hatte, ging es von Stund an gut. Daß es sich bei dem Segenspender um den Puck handelte, entdeckten später Kinder, die auf dem Boden des Hauses ein kleines Männchen mit großem aufgekrempten Hut und roten Röckchen sitzen sahen. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 17)
In einer Sage aus Nieder-Kränig im früheren Brandenburg ist von einem Kobold die Rede, dessen Äußeres (rote Jacke, rote Kappe) und Aufenthalt (in einer Tonne auf dem Dachboden) dem Puck glich und der am Abend wie ein kleiner Drache aus dem Haus fuhr und Getreide und Geld heranbrachte. Dieser Kobold konnte von einem Knecht gesehen werden. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 48)
Ähnlich heißt es von einer aus Wichmannsdorf und Wolfsburg mitgeteilten Sage, dernach zwei Mädchen abends zur Bleiche gingen, um vergessenes Linnen zu holen, als sie einen grauen Streifen niedersausen sahen, der sich am Boden als Pûks entpuppte, der das ganze Linnen aufwickeln und fortschaffen wollte. Die Mädchen riefen en schwînsdreck, en schwînsreck, woraufhin der Pûks seine Beute fallenließ, die Mädchen sich nachher aber lange waschen mußten, ehe der Gestank sie verließ. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 68,1)
Auch Leistungen menschlicher Schulgelehrsamkeit scheinem dem Puck geläufig, etwa das Lesen:
In der Nähe von Wichmannsdorf soll ein Küster eines Abends die Glocken haben läuten wollen, da sah er in der Ecke am Turm einen Pûks mit roter Jacke und roter Kappe sitzen, der gerade in einem Buche las. Als der Küster auf das Wesen zuging, verschwand es. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 68,2)
Ehe ein solcher Kobold in ein Haus zieht, scheint er in freier Natur zu leben.
So heißt es in einer Sage aus Mellenthin auf der Insel Usedom, im Schilfe des Rî zu Bossin habe sich lange Zeit ein kleiner Pûks mit roter Jacke und Mütze aufgehalten und mancherlei Späße getrieben. Eines Tages war er fort, aber zu gleicher Zeit war um das Gehöft des Bauern der Gegend über Nacht ein Zaun gezogen worden. Mit der Wirtschaft des Bauern ging es fortan steil bergauf. Weil er immer die Fensterläden einer Kammer geschlossen hielt nimmt man an, daß sich dort der Pûks eingerichtet hatte. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 19)
Wer einen Puck kauft, der schon das dritte Mal verkauft wird, der wird ihn nicht mehr los, heißt es in einer Sage von einem Puck, der in Anklam zum Verkauf stand. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 68,3)
Dem Puck des Hauses entspricht auf dem Schiff der Klabautermann.