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 Gesundheit / Krankheiten
 
 

Aderlaß

Eine medizinische Behandlungsmethode, bei der dem Patienten Blut entnommen wird. In der modernen westlichen Medizin ist der Aderlaß weithin unüblich geworden, wenn er doch durchgeführt wird, dann werden durch Einstich (Punktion) oder Einschneiden (Venaesectio) einer Ellenbogenvene (der Begriff Aderlaß ist also irreführend) etwa 150 bis 300 ccm Blut entnommen, etwa zur Entlastung des Kreislaufs oder um eine Entgiftung des Blutes zu unterstützen.

Früher dagegen, schon seit dem Altertum, war die Blutentziehung eine häufige und gegen alle mögliche Gebrechen empfohlene Kur. Dabei kamen nicht nur Punktiernadeln oder andere Gerätschaften zum Einsatz, sondern man setzte dem Patienten einen Blutegel an, welcher die entsprechende Menge absaugte. In der alternativen Medizin sind diese medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) noch heute in Gebrauch, manche Apotheken sollen sie auf Bestellung beschaffen können.

Zur Ader gelassenes Blut soll stets in fließendes Wasser gegossen werden, rät ein Aberglaube. (GRIMM, A. 1022)

Als günstiger Zeitpunkt für den Aderlaß gelten die sogenannten „guten Laßtage” (z. B. der Martinstag (11. November)).