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| Mensch und Körper - Gesicht / Sinne - Augen | |
Der Sehsinn ist dem Menschen besonders wichtig, der Erhalt der Sehkraft daher besonderes Anliegen der Heilkunst. Volkstümlich suchte man ihn auf mannigfaltige Weise zu erhalten.
Nach Agrippa von Nettesheim (1486 bis 1535) hat der Saphir Abneigung gegen (...) Augenkrankheiten (SCHRÖDTER, 41).
Die Augen sollen klar und leuchtend werden, wenn man sie mit Smaragd oder Saphir bestreicht (Sechstes und siebentes Mosis).
Auch zum Onyx wurde bei Augenkrankheiten geraten (Edelsteine in der Medizin Bd. II 29).
Besonders auch der Hämatit soll Augenleiden wirksam begegnen. Edelsteine in der Medizin Bd. I, 29)
Auch der Aquamarin soll lange Tradition bei der Behandlung von Weit- und Kurzsichtigkeit haben (STEPHAN u. ASCHBERG, 104), ebenso sollen andere Varietäten des Beryll wie Heliodor, Goldberyll oder Goshenit helfen (ebd.).
Der Magisch-sympathetische Hausschatz rät nach einem aus Schleswig-Holstein überlieferten Rezept gegen schlimme Augen, Regenwürmer zu sammeln und in ein Glas zu geben, bis die Tiere zu dem sogenannten Wurmöl vermatscht sind, womit die Augen zu bestreichen sind (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 46). Nach gleicher Quelle soll gegen eiternde Augen Benetzung mit Speichel oder Fenstertau helfen. Ein anderes Mittel ist, am Pfingstmorgen vor Sonnenaufgang schweigend Wasser aus einem stillstehenden Gewässer zu schöpfen und aufzuheben (ebd.).
Ein Saft vom Maiglöckchen soll die Augen klar und hellmachen (LOSCH, 22).
Der Efeu gilt als ein die Augen stärkendes Zauberkraut. (MALA, 123)
Empfohlen werden bei kranken Augen auch Tautropfen, die sich während des Altweibersommers an den zahllosen Spinnfäden abgesetzt haben.
Zum Brauchtum um die Johannisfeuer in der Gegend um Würzburg schrieb FRAZER: In den Städten um Würzburg wurden die Feuer auf den Marktplätzen angezündet, und die jungen Leute, die darübersprangen, trugen Girlanden, besonders aus Beifuß und Eisenkraut und Lerchenspornstengel, in der Hand. Sie meinten, wer sich das Feuer durch Lerchensporn anschaue, werde im Laufe des Jahres keine Augenkrankheit bekommen. (Der Goldene Zweig, 906)
Gegen das Stot genannte Reißen am Auge empfiehlt der Magisch-sympathetische Hausschatz, stillschweigend einen kleinen Stein vom Felde aufzulesen, damit auf das Auge zu drücken und dabei dreimal zu sprechen:
Es gingen drei Jungfern auf grünen Wegen,
Die eine hob die Steine aus den Wegen,
Die zweite hob das Laub vom Baum,
Die dritte hob das Stot aus den Augen.
Anschließend ist der Stein genau auf seinen Platz zurückzulegen. (Das sechste und siebente Buch Mosis, 63)
Christliche Schutzpatrone gegen und bei Augenleiden sind Abdo, Adelheid von Vilich, Aldegundis von Maubeuge, Aloisius von Gonzaga, Christopher, Clarus von Vienne, Coleta Boillet, Columba von Sens, Ermelindis von Meldert, Etheldreda, Franca von Piacenza, Gangolf, Genoveva, Gezelinus, Gezelin von Schlebusch, Hemma von Gurk, Ilga von Schwarzenberg, Joseph von Nazareth, Kilian, Klara von Assisi, Laurentius, Leodegar von Autun, Lucia, Maginold, Maria Magdalena, Nikasius von Reims, Odilia, Pirmin, Quirinus von Tegernsee, Ramwold von Regensburg, Raphael, Reineldis von Saintes, Roland von Chézery, Sennis, Stanislaus Kostka, Thekla von Ikonium, Theobald von Provins, Tobias der Sohn, Uguzo von Cavargna, Vedastus von Arras, Vitus, Walburga, Walter von Rebais, Wolfgang und Wolfsind, es sind sicher noch einige mehr.