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(med. Ikterus) Eine Gelbfärbung der Haut, der Schleimhäute und der Augen, die durch den Farbstoff der Galle verursacht wird, wenn dieser in das Blut und ins Gewebe dringt. Hervorgerufen wird dieses Krankheitssymptom durch Schädigungen der Leber (z. B. wegen Alkoholmißbrauchs, Malaria, Gelbfieber), Störungen der Gallenwege oder bei übermäßigen Zerfall des Blutes. Die epidemische Gelbsucht (Hepatitis) wird durch ein Virus hervorgerufen.
In einem Rezeptbüchlein für den armen Mann heißt es, von der Gelbsucht werde man geheilt, wenn man eines wütenden Hundes Kopf, gestoßen und vermischt mit Honig einnimmt. (zit. n. LOREY, 168)
wer das erste korn blühen sieht, ziehe es dreimal durch den mund und sage ,gott behüte mich vor fieber und gelbsucht’, so bleibt er frei davon. (GRIMM, Dt. Myth., A. 784)
Läuse, auf Butterbrot genossen, vertreiben die Krankheit. (FRISCHBIER, 58)
Volksmedizinisch empfahl man gegen Gelbsucht auch den Hering, ganz oder in Teilen. (WEHR, 112) In Böhmen und Mähren wurde zur — recht robusten — Anwendung der Schleie geraten: Gegen Gelbsucht soll man (...) eine lebendige Schleie auf den Rücken binden, bis sie stirbt und gelb wird. Der tote Fisch muß in fließendes Wasser geworfen werden. (Praktika des täglichen Lebens, 312)
Sogar Wasser, in das Goldstücke eingelegt waren, soll gegen Gelbsucht helfen. (WEHR, 166)
Von den Edelsteinen soll der gelbe Topas gegen Gelbsucht wirken.
Ob das alles nützt, soll Federvieh verraten:
fliegt eine gelbfüßige henne über einen gelbsüchtigen, so ist er unheilbar. (Aberglaube in und um Worms, n. GRIMM, A. 549)