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 Körper / Krankheiten
 
 

Schwindel

(Vertigo) Keine Krankheit, sondern ein Gefühl der Orientierungslosigkeit in Bezug auf oben und unten und ein Aussetzen des Gleichgewichtssinns ist der Schwindel, der allerdings auch Symptom einer Krankheit sein kann.

Schwindelgefühle entstehen besonders dann, wenn durch rasche Drehung des Körpers der im Innenohr sitzende Gleichgewichtssinn (Labyrinth mit den Knöchelchen Hammer und Amboß) irritiert wird. Auch Rauschmittel (besonders Alkohol) können zur Beeinträchtigung dieses Sinnes führen, ebenso äußerliche (große Höhe) oder innere (Angst) Einflüsse.

Gegen den Schwindel empfehlen Aberglaube und Volksmedizin manches Mittel:

Wenn eine Schwangere Eichhörnchenbraten ißt, so soll ihr Kind schwindelfrei werden.

„Gegen Schwindelgefühle trug man ein Stück roten Schwefels bei sich oder bestrich sich die Schläfen mit Gänsefett.” (WEHR, 194)

Man suchte den Schwindel auch auf andere Lebewesen zu übertragen: „In der Mark Brandenburg sagte man, wenn jemand an Schwindel leidet, solle er sich nackt ausziehen und nach Sonnenuntergang dreimal um ein Flachsfeld herumlaufen. Auf diese Weise werde der Flachs das Schwindelgefühl bekommen und man selbst werde davon befreit.” (FRAZER, 793)

Ein aus Swinemünde mitgeteilter Segen wider den Schwindel lautet:

Der Himmel ist hoch †
die Wolken sind hell, †
so wie sich der Himmel † zerteilt †
zertheilt sich der Schwindel im Augenblick und schnell. †
Im Namen Gottes usw., n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 335.

Schutzpatron gegen Schwindel ist St. Saturninus.