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 Heilkunde
 
 

Signaturenlehre

Eine Lehre, dernach Ähnlichkeiten (eben die „Signaturen”) in Form und Wesen bei verschiedenenen Dingen auf eine mystische Beziehung hindeuten.

Similia similibus curant („Ähnliches heilt Ähnliches”) ist der Grundsatz der Signaturenlehre. Wenn also eine Pflanze oder ein Teil von ihr einem menschlichen Körperteil ähnelt, dann sei dieser Pflanzenteil wirksam gegen Erkrankungen des entsprechenden Körperteils.

ATKINSON-SCARTER verdeutlicht dieses am Beispiel der heilkundlich vielseitig eingesetzten Kamille: Die kegelförmige Höhlung im Blütenkopf gleiche der Gebärmutter also ist die Kamille bei Beschwerden des weiblichen Unterleibs angetzeigt. Der hohle Blütenkopf erinnere an den Kopf des Menschen also verwendet man die Kamille als Mittel gegen den Kopfschmerz usw.

Ein bekanntes Beispiel ist das Lungenkraut. Dessen Blattzeichnung ähnelt der menschlichen Lunge und darum wurde es bei Lungenerkrankungen eingesetzt.

Noch bekannter ist wohl die Verwendung länglicher Früchte (z. B. Spargel, Gurken, Sellerie) als Mittel zur Steigerung des sexuellen Begehrens — diese ähneln entfernt dem männlichen Penis. In manchen Klöstern hatten die Nonnen darum auf den Verzehr solcher Früchte (und auch auf den Verzehr von Aalen) zu verzichten.

Weil das dunkle, satte Grün der Stechapfelstaude von einem leichten Ton von Blau unterlegt ist, das an die Gesichtsfarbe eines Asthmatikers während des Anfalls erinnert, zog man die Pflanze gemäß der Signaturenlehre als Asthmamittel. (SCHRÖDTER, 76)

Grundsätzlich gilt, daß nicht die gesamte Pflanze, sondern nur der jeweils ähnliche Teil zur Behandlung des entsprechenden Körperteils herangezogen wird.