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| Mensch / Krankheiten | |
(engl. stress, Druck) Ausgeglichenheit ist das Gleichmaß von Reizen und Reizaufnahmevermögen, Streß ist eine von Hans Selye (geb. 26. Januar 1907 in Wien, Österreich, gest. 16. Oktober 1982 in Montreal, Kanada, entwickelte 1950 die Lehre vom Streß und vom Adaptionssyndrom (v. lat. adaptere, anpassen) und schrieb darüber in den 1950er Jahren mehrere Bücher) geprägte Bezeichnung einer durch Übermaß an Reizzufuhr hervorgerufene Körperbelastung. Diese Stressoren genannten Reizüberflutungen können physisch wie psychisch belastend wirken und — SEYLE nannte das Adaptionssyndrom — neben Anderem zu einer Störung des körpereigenen Hormonsystems führen, welche sich beispielsweise als krankhafte Veränderung des Blutzuckerspiegel äußern kann., auch Schlaflosigkeit nebst dauernder Müdigkeit sind regelmäßige Symptome.
Die von SEYLE beschriebenen drei Phasen des auch allgemeines Anpassungssyndrom oder Selyessches Syndrom genannten Adaptionssyndroms, Alarmreaktion, Widerstandsphase und Schlußphase, können in schlimmen Fällen gar in einen Schockzustand nebst Zusammenbruch des Kreislaufs oder sonstige Adaptionskrankheiten münden.
Dem gilt es also entgegenzuwirken und abzuhelfen und darum werden allgemein werden zur Erlangung eines ausgeglichenen Lebensgefühls Leibesübungen empfohlen, beispielsweise Dauerlauf, Gymnastik, auch Kampfsportarten und Tätigkeiten wie Yoga, Angeln, die Gärtnerei oder Schach, je nach Neigung und auszugleichenden Alltagsstressoren.
Beruhigend in Streßphasen soll der Aquamarin wirken (STEPHAN u. ASCHBERG, 106), gegen Streß wird auch der Goldberyll empfohlen (ebd., 108), ebenso der Morganit (ebd., 119).
Volksmedizinisch rät man zum Eile mit Weile! bei gegeltem Alltag und zum Maßhalten, ab dagegen von Hektik und Völlerei. (FRIEDL, 11-15)
Von den Kräutern gelten Baldrian und Hopfen als beruhigend.
Homöopatisch rät man zu Ignatia C30, Natrium chloratum C7 oder Sulfur C9 bzw. Adrenalinum C9. (MEYER, 192), den Baldrian verschreibt man als Valeriana officinalis gegen aufgeregte Nerven, zu große Empfindlichkeit aller Sinne etc. (LOSCH, 153f.)
Gegen Unbeherrschtheit empfahl Hildegard von Bingen den Sardonyx, denn dieser Edelstein werde wegen seiner Reinheit vom Teufel gemieden; gegen Zorn, Dummheit und Unbeherrschtheit, welche nach Hildegard von Bingen dem Teufel zuzuschreiben seien (KLUGE, 36) und die typische Streßsymptome sind, wäre man durch einen Sardonyx also quasi geimpft.
Siehe auch: Hysterie, Tobsucht.