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Im physischen Sinne meint Blindheit das angeborene oder erworbene Unvermögen zur Nutzung des Sehsinnes, also das Wahrnehmen von Licht mit Hilfe von Auge und Gehirn (bzw. lichtempfindlichen Sinneszellen und Nervenbündeln bei manchen Tieren).
-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --
Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit., lautet ein altes Sprichwort. Damit ist allerdings nicht der Sehsinn des Menschen gemeint, sondern die geistig-seelische Blindheit, die besonders Mächtige auf dem Höhepunkt ihrer Herrschaft in Arroganz oder Ignoranz verfallen läßt, so daß sie nötige Änderungen in ihrer Amtsführung gar nicht mehr mitbekommen und von der Geschichte überrollt werden — womit die Götter dann ihr Ziel erreicht hätten.
Dagegen ist das Sehen im metaphysischen Sinne oft mit dem völligen oder teilweisen Verlust des Augenlichts verknüpft:
Blinde Gottheiten und Helden sind beispielsweise der Ase Hödur, der Zenturio Longinus, der Seher Theiresias. Auch der Sänger Homer soll blind gewesen sein.
Dem Thebaner Teiresias soll die Göttin Pallas Athene ihre Hände auf die Augen gelegt und ihn so mit Blindheit geschlagen haben.
Auch Einäugigkeit steht für das Sehen in diesem Sinne, etwa beim nordischen Gott Odin.
In Pforzheim sagte man: wer auf einen baum sieht, auf dem eine weibsperson sitzt, wird blind. (GRIMM, A. 621)