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 Krankheiten
 
 

Geschwüre

(lat. Ulcus) Ein durch Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder Verletzungen hervorgerufener mal mehr, mal weniger ausgeprägter Verlust an organischer Substanz von Haut oder Schleimhäuten, der oft nur schwer abheilt.

Mit Geschwüren soll zu rechnen haben, wer während der Zwölfen (25. Dezember bis 6. Januar) Erbsen und Bohnen ißt (FRISCHBIER, 61).

Gegen diese Pein werden als christliche Schutzpatrone Aldegundis von Maubeuge, Kosmas und Damian und Radegund von Thüringen um heiligen Beistand gebeten.

Die Kräutermedizin rät zu Zubereitungen aus Buschbohne, Dorniger Hauhechel, Echter Goldrute, Efeu, Einbeere, Gemeiner Osterluzei, Gemeinem Seidelbast, Großer Klette, Johanniskraut, Kermesbeere, Kleinem Odermennig, Prachtscharte, Rotklee, Schlüsselblume, Schwalbenwurz, Steife Waldrebe, Walnuß oder Zaubernuß.

In Oldenburg hieß es: „Gegen Geschwüre trägt man Muskatnüsse in der Tasche”. (A. WUTTKE, Der deutsche Volksglaube in der Gegenwart, Leipzig, 1925; 347, §519, n. SCHRÖDTER, 126)

„Die Zitteralgen, aus der Gattung der Gallertalgen, (...) dienen — frisch aufgelegt — bei hartnäckigen Geschwüren und in der Gicht.” (SCHRÖDTER, 79)

Bei fauligen Geschwüren empfiehlt der „Magisch-sympathetische Hausschatz” eine Kohlensalbe. Diese gewinnt man aus 2 Gewichtsteilen Holzkohle und 1½ Gewichtsteilen Rindsfett, die mit ½ Teilen fetten Öls zu einer Salbe vermengt werden (BAUER, 255).

Geschwüre sollen, wie allgemein Erkrankungen der Haut, durch ein Bad im Freien am ersten Osterfeiertage vor Sonnenaufgang gelindert werden (FRISCHBIER, 66).