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 Krankheiten
 
 

Gift, Vergiftungen

Ein Gift (lat. Venenum, Toxicum) ist jeder beliebige Stoff, der in bestimmter Dosis dem Körper schadet (PARACELSUS: „die Dosis macht das Gift”). Unterschieden werden Gifte nach der Art ihrer Wirkung: Blutgifte zersetzen das Blut, betäubende Gifte wirken auf das Gehirn, ätzende Gifte zerstören das Gewebe, erregende Gifte ändern die Reizleitung der Nerven, steigern bzw. senken die Tätigkeit von Stoffwechsel, Kreislauf usw.

 

Gegen Vergiftungen durch den Biß der Schlange sollen Schildkröten und Störche den Dost, das Wiesel die Raute fressen, teilt Agrippa von Nettesheim in seiner Schrift De Occulta Philosophia mit. Man hält Dost und Raute darum für wirksame Mittel gegen Gifte (Kap. XVII; Neudruck: p. 114, zit. n. SCHRÖDTER, 40). Von den heilenden Edelsteinen führte dieser Gelehrte den Achat als wirksame Waffe gegen Gifte an (Kap. XVIII, n. ebd., 41).

Entgiftende Wirkung soll auch das Mineral Azurit haben (STEPHAN u. ASCHBERG, 137), ebenso der Alexandrit (ebd., 130). Hildegard von Bingen verordnete gegen Vergiftungen Beryllwasser, doch gilt diese Indikation als bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen. (ebd., 108)