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| Heilkunde / Physikalische Phänomene | |
Als Mesmerismus, Heilmagnetismus oder Magnetotheraphie bezeichnet man eine von dem Arzt und Theologen Franz Anton Mesmer (geb. 23. Mai 1734 in Izning am Bodensee, gest. 5. März 1815 in Meersburg) erfundene Heilmethode, welchen den tierischen Magnetismus (animalischer Magnetismus o. Magnetismus animalis) ausnutzt.
Bei dieser Therapie legt der Heilmagnetiseur oder Magnetopath genannte Heiler seine Hand auf den Patienten, wodurch magnetische Heilströme auf diesen übergehen und eine Besserung der Erkrankung bewirken sollen.
Franz Anton Mesmer soll mit dieser Methode gute Erfolge erzielt haben. Dennoch konnte sich die Methode nicht schulmedizinisch durchsetzen, da sich ihre Wirksamkeit nicht nach den üblichen Methoden verifizieren läßt und sich auch der tierische Magnetismus selbst physikalischen Meßmethoden entzieht. Heilerfolge werden von den Kritikern demnach der Einbildung (Autosuggestion) zugeschrieben. Zweifellos sind bei solchen Verfahren auch die Scharlatane nicht weit.
Der Mesmerismus fand im 18. und 19. Jahrhundert unerhört viele Anhänger. Bei Erich von Däniken ist dazu eine nette Anekdote von 1784 zitiert: Der Marquis von Puiségur war begeisterter Anhänger dieser Therapieform und er betrieb in seinem Schloß bei Soissons eine Magnetische Heilanstalt. Der Ansturm war derart gewaltig, daß der Marquis schließlich auf die Idee kam, eine Ulme zu magnetisieren — fortan strömten die Patienten zu dieser Ulme wie Pilger zu einem Wallfahrtsort und der Marquis hatte wieder etwas Ruhe (Erscheinungen, 169).
Auch der Wissenschaftler Antoine Court de Gébelin, Zensor des ancien regime und erster Verfasser einer Deutung des Tarot, (1719 bis 1783), begab sich im Frühjahr 1783 in die Behandlung Mesmers, der in Paris im Hôtel de Coigny sein florierendes Therapiezentrum hatte. Dessen Magnetisierung schien erfolgreich und Gébelin warf sich mit neuem Eifer auf die Arbeit. Mesmers Erfolg war aber nicht von Dauer und am 12. Mai 1784 verstarb sein Patient während einer Therapiesitzung. (vgl. GRAF, 17 bis 20)
1856 wurden die Entdeckungen Mesmers von der römischen Kirche zum Irrtum erklärt. Zuvor war der Mesmerismus vom Vatikan gebilligt worden, doch als sich Berichte von Visionen und Hellsichtigkeit der magnetisierten Menschen häuften, galt die naturwissenschaftlich-physikalische Erklärung von Erleuchtungserfahrungen für ketzerisch (WALKER, 715).
Ein heilendes Übergehen von Kräften von der Hand eines Heilers durch Handauflegen auf einen Patienten kennt auch die östliche Heilmethode Reiki.
Durch Handauflegen heilte auch der christliche Erlöser Jesus Christus (MARKUS 6,5; MATTHÄUS 9,18), in seiner Nachfolge der Apostel Paulus (Apostelgeschichte 28,8).