| < zurück | |
| Mensch und Körper | |
Die Sinnesorgane zur Wahrnehmung von Geräuschen.
-- in Vorbereitung --
Von gläubigen Christen werden bei Ohrenleiden und Ohrenschmerzen die Heiligen Cornelius, Felix und Nabor, Heinrich von Ebrantshausen, Ludwig IX., Lüfthild (Wallfahrt nach Lüftelberge), Mauritius, Odilia (Ottilie), Oranna, Paulus, Polykarp von Smyrna, Quirinus von Rom (von Tegernsee) und Vitus angerufen.
Dem Gehör wohltun sollen Tropfen vom Benediktenkraut. Gegen Ohrensausen empfiehlt die Kräutermedizin eine Zubereitung vom Echten Wanzenkraut.
Von den Heilsteinen wird bei Schwerhörigkeit der Sarder empfohlen.
Gegen Schwerhörigkeit gewann man einen Absud aus der Galle eines Aals oder einer Forelle. Den erwärme man und träufle davon an drei Tagen je drei Tropfen in das zu behandelnde Ohr. Daß das helfe, glaubte man in der Steyermark. (Praktika des täglichen Lebens, 309f.)
Bei Ohrenschmerzen empfiehlt die Volksmedizin Wickel mit Kamillenblüten und gehackten Zwiebeln. Diese werden in ein dünnes Tuch gegeben, auf etwa Körpertemperatur erwärmt und aufgelegt, gehalten wird das ganze von Schal oder Mütze.
Ehedem, etwa im Mittelalter, soll es für Handwerksgesellen üblich gewesen sein Ohrringe zu tragen. Hatte der Geselle nun gegen Regeln seiner Zunft verstoßen, so wurde ihm der Ohrring mit einem Ruck aus dem Ohrläppchen gerissen, was davon einen Schlitz behält. Darum sagt man zu einem Gauner Schlitzohr.
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: wem die ohren klingen, der wird belogen. (GRIMM, A. 82)