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 Krankheiten
 
 

Pest

Die Pest war im späten Mittelalter als „der schwarze Tod” gefürchtet, man kannte diese Seuche bereits in der Antike. So sandte zum Beispiel Apollo mit seinen Pfeilen die Pest, wenn die Völker nicht nach seinem Willen wollten.

 

Schutzpatrone gegen die Pest

Wie schrecklich die Pest damals gewütet haben muß, läßt sich anhand der zahlreichen Schutzpatrone gegen diese Krankheit ablesen. Diese sind unter anderen Antonius der Große, Antonius von Padua, Beatus, Benno, Blasius, Deodatus, Edmund von Ostanglien, Franz, Franz von Paola, Genoveva, Georg, Gregor, Hadrian, Ignatius, Katharina, Ludwig der Heilige, Quirinus, Rochus, Saturninus, Sebastian, Thekla, Valentin.

z. B.: Als im siebten Jahrhundert Rom von einer Pest heimgesucht wurde, trug man die Gebeine des Heiligen Sebastian in der Stadt umher. Die Epidemie ebbte ab und das Volk war gerettet.

 

Volksmedizin, Aberglaube

Im Aberglauben der Pestzeiten hielt man den Nebel für den Erreger der Pest oder Personifkation derselben (WEHR, 171).

Ein Engel soll in Zeiten wütender Pest von den Kräutern den Verzehr der Engelwurz empfohlen haben (SIEG, 81).

Bei Pest räucherte man mit den Nadeln (FRIEDL, 31) oder dem Holz des Wacholders die Stuben der Kranken. „Rubine und Saphire wurden in Wacholderöl getaucht, und man zeichnete damit Zauberkreise um die Krankenstuben”. (FISCHER-RIZZI, 165)

Von den Heilsteinen soll auch der Hyazinth vor Pest schützen. (MESENZEW, 234)

Ein anderes Mittel ist der in der Johannisnacht gewonnene Beifuß. Gräbt man am in der Nacht zum 24. Juni die Wurzel des Krautes aus, wird sich dort ein kleines Stück Kohle finden. Diese schütze, als Amulett getragen, vor der Pest.
Solche Wirkung erhoffte man sich auch von Geißklee, Knoblauch, Pestwurz u. a.

Auch den Breitwegerich (Plantago major) hielt man gegen ein Mittel wider die Pest. Dazu trug man seine grobgrobgeschnittenen Blätter in einem Säckchen an Hals oder Leib. (SCHRÖDTER, 125)

Nach Agrippa von Nettesheim (1486-1535) hat der Saphir „Abneigung gegen Pestbeulen”. (SCHRÖDTER, 41)

Als sicheres Mittel wider die Pest pries um 1500 der Mönch Eiselin eine Feder aus dem Flügel des Erzengels Gabriel.

Als in Ungarn die Pest wütete, schoß König Ladislaus (hl., König 1077 bis 1095) aufgrund göttlicher Eingebung einen Pfeil in die Luft — die Pflanze, auf welcher das Geschoß niedergehe, solle ein Mittel gegen die Pest sein. Getroffen wurde der Kreuz-Enzien, den man daher in Ungarn Láslo Király füve (Kraut des hl. Ladislaus) nennt. Eine ähnliche Sage erzählt man von Karl dem Großen und dem Eberwurz. Dem Kaiser hatte eion Engel geraten und sein Pfeil blieb in der Eberwurz stecken.