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Eine zusammenfassende Bezeichnung für allerlei schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke, der Muskeln und anderer beweglicher Teile des Körpers, beispielsweise die Sehnenscheidenentzündung, Gicht.
Gegen das unerfreuliche Leiden entwickelte die Medizin bislang kein sicher wirkendes Mittel. Die Kräuterapotheke hält aber eine Vielzahl lindernder Mittel bereit, auch werden eine ganze Reihe von Heiligen genannt, die Rheumatikern beistehen sollen.
Allgemein bei Rheuma werden Zubereitungen aus Alpenveilchen, Bertramswurz, Bittersüßer Nachtschatten, Blauer Eisenhut, Brennessel, Echtes Löffelkraut, Eibe, Einbeere, Fichte, Giftsumach, Hanf, Heidewacholder, Kermesbeere, Knolliger Hahnenfuß, Latsche, Gänsefingerkraut, Paprika, Preißelbeere, Rotbeerige Zaunrübe, Sellerie, Silberweide, Stangenbohne, Steinbrech-Bibernell, Taumellolch, Wacholderbeeren, Weißbirke und Wilder Karde empfohlen.
Wer an Rheuma leidet, sollte nicht vergessen, im Frühjahr mehrmals Brunnenkresse (als Salat) zu essen. Das gleiche gilt für die Erdbeere, bei der man auch noch den Tee der Blätter trinken sollte. (FRIEDEL, 110)
Für Umschläge gegen Rheuma werden die Blätter des Eisenkrautes mit Weinessig gesotten und aufgelegt (LOSCH, 121), gut sollen auch Bäder und Umschläge mit Arnika tun.
Verwendet werden auch die zerquetschten Blätter des Giersch (DÜLL u. KUTZELNIGG, 49).
Der Aberglaube Schleswig-Holsteins riet, gegen Rheuma eine Kastanie mitzuführen. (RUST, 17)
Dem Rheumatismus der Gelenke sollen Herbstzeitlose, Spierstrauch und Stechapfel begegnen, dem Rheumatismus der Muskulatur wiederum die Herbstzeitlose.
Die Patrone gegen Rheuma sind Burkhard von Würzburg, Ethelburga, Firminus der Ältere, Godehard von Hildesheim, Idesbald von Dünen, Jakobus der Ältere, Kilian, Leander von Sevilla, Maurus von Subiaco, Peregrinus Laziosi, Pirmin, Servatius, Remigius von Reims, Walter von Rebais und Werenfrid.
Die Annäherung (Approximation) eines Hundes an den gichtbrüchigen Patienten soll das Leiden auf das Tier übertragen. In Mecklenburg waren ,Gichthunde’, die man zum Heilen von Rheuma beim Schlafen auf das schmerzende Glied legte, noch in neuerer Zeit steuerfrei! (SCHRÖDTER, 51)
Die Volksmedizin empfiehlt außerdem, dem Erkrankten ein Kaninchen ins Bett zu geben, damit sich das Rheuma auf das Kaninchen übertrage. Hilfreich soll auch eine Salbe sein, die aus Engerlingen des Maikäfers bereitet wird. Empfohlen werden auch aus gebrauchten Sargnägeln gebogene Ringe. Wird solcher Schmuck am Finger getragen, soll er die Krankheit aus dem Körper ziehen (WEHR, 140 u. 180).
Hilfreich soll auch das Schmalz aus dem Fett des Eichhörnchens sein.
Der Magisch-sympathetische Hausschatz aus dem Sechsten und siebenten Buch Mosis empfiehlt gegen rheumatische Kniegeschwulst das Laub der Birke. Das fülle man in einen Sack und stecke den Fuß hinein, wonach die vom Laub erzeugte starke Hitze Heilung bringe. Die Anwendung soll auch bei anderen rheumatischen Leiden helfen (BAUER, 255).