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(auch Sommerflecken) Keine Krankheit, aber eine zuweilen als störend empfundene Hautveränderung sind die Sommersprossen.
Besonders junge Mädchen probierten verschiedene pflanzliche Mittel aus, um die Sommersprossen loszuwerden.
So rieben sie sich ihr Gesicht mit dem (giftigen) Saft des Maiglöckchens ein oder benetzten ihren Teint mit dem Wasser, das sie aus dem hohlen Stumpf einer Eiche oder dem Tau, den sie von blühenden Ähren des Weizens sammelten.
Gegen die Sommersprossen soll auch ein Wasser mit darin eingelegtem Schöllkraut helfen (LOSCH, 46).
Auch der Saft unreifer Johannisbeeren soll gut gegen Sommersprossen sein (Das 6. und 7. Buch Mose, 33).
Man soll auch eine Handvoll getrockneter Bohnen in eine Flasche Rotwein geben und neun Tage an einem warmen Ort aufbewahren. Von der Flüssigkeit soll dann neun Tage lang etwas in das Waschwasser gegeben werden. (ATKINSON-SCARTER, 230)
Auch Kürbiskerne, zerrieben und mit Öl vermischt, sollen als aufgetragen Paste gegen Sommersprossen wirken. (PICKERING, 190)
Aus Dönhöffstädt stammt die Empfehlung, man solle sich, wenn man im Jahr die erste Schwalbe sieht, schnell waschen und abtrocknen. Ist die Schwalbe dann noch zu sehen, so werde man seiner Sommersprossen ledig bzw. von ihnen verschont (FRISCHBIER, 91).
Ein weiteres Gegenmittel ist Pferdemilch, das besonders in Schwaben verwendet wurde (Das sechste und siebente Buch Mosis, 320), hilfreich ist laut Aberglauben auch Regenwasser, das sich auf Leichensteinen gesammelt hat (GRIMM, Dt. Myth. III., A. 1001).
Im Ansbachischen riet man: sommersprossen zu vertreiben, nehme man die ersten jungen gänse unbeschrien, streiche sie über das gesicht und lasse sie hinterwärts laufen. (GRIMM, A. 719)
Gegen Sommersprossen wurde weiter empfohlen, die Haut mit Schneckenschleim oder der Schnecke selbst zu bestreichen. Die Schnecke soll man anschließend hinter sich werfen (ATKINSON-SCARTER, S. 231).
Wer dagegen Sommersprossen wünscht, der reibe sein Gesicht mit Huflattich ein (WEHR, 129). Auch das Riechen am Enzian führt laut Volksglauben zu Sommersprossen (ebd., 58).