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 Krankheiten - Hautleiden
 
 

Warzen

Eine im Märchen gern alten Hexen zugeschriebene Wucherung der Haut, der sowohl mit dem Skalpell, mit pflanzlichen oder tierischen Zubereitungen sowie mit Besprechen begegnet wird.

 

Im Aberglauben heißt es, wer sich die Hände am Tischtuch abtrocknet oder am Karfreitag Fleisch ißt, der bekomme davon Warzen (WEHR, 222).

„Wer die Warzen Anderer neugierig zählt, bekommt sie auf seine Hände”, mahnte man im preußischen Friedland. (FRISCHBIER, 95) Ähnliches machte man sich im Samland zunutze. Dort riet man: „Knüpft man soviel Knoten in einen Faden als man Warzen hat und läßt die Knoten von einem Anderen zählen, so bekommt dieser die Warzen.” (FRISCHBIER, 95)

In Osterode am Harz riet man, drei Knöpfe in einen Faden zu knüpfen und in einen Sarg zu legen. Das befreie von Warzen. (GRIMM, A. 785)

 

Pflanzliche Warzenmittel

Die Kräutermedizin empfiehlt gegen Warzen Zubereitungen vom Abendländischen Lebensbaum, den Saft von Echter Hauswurz, Schöllkraut (das darum auch „Warzenkraut” heißt), Sonnentau oder Zitrone, homöopathisch hilft Bittersüßer Nachtschatten.

Man empfahl, die Innenflächen eines halbierten Apfels gegen die Warzen zu reiben, den Apfel wieder zusammenzulegen und ohne darüber zu sprechen unter der Dachtraufe zu vergraben. (in: Magisch-sympathetischer Hausschatz, 40)

Helfen sollen auch zerstoßene Wacholderblätter oder der Saft des Löwenzahns, der bei abnehmenden Monde auf die Warze geträufelt wird (WEHR, 222), ebenso das Einreiben mit der Schnittfläche einer Kartoffel, wobei aber kein Licht auf die Stelle fallen darf (ebd., 141).

Auch der schleimige Saft der Dachwurz soll gegen Warzen helfen. (SCHRÖDTER, 57), ebenso das Bestreichen des Übels mit der inneren Haut der Bohnenhülsen. (ebd., 272)

 

Fische als Warzenmedizin

In Brandenburg soll man Warzen mit dem abgeschnittenen, noch lebenden Kopf eines Aals bestrichen, alsdann den Kopf begraben haben. Davon sollten die Warzen verschwinden (Praktika des täglichen Lebens, 310).
„Werden ... Warzen mit einem frischabgeschnittenen, blutenden Hechtkopfe dreimal bedrückt, und vergräbt man diesen alsdann unter die Traufe, so schwinden die Warzen, sobald der Hechtkopf verfault”, meinte man in Dönhoffstädt. (FRISCHBIER, 94) Um Mitternacht sollte man einen Heringskopf berühren und dann über seinen Kopf werfen. Das helfe gegen Warzen. Eine andere Methode war, mit dem Heringskopf kreuzweise dreimal kreuzweise über die Warze zu streichen. Daraufhin vergrub man den Heringskopf unter einer Dachtraufe. (Praktika des täglichen Lebens, 313)