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 Mensch und Körper / Gesundheit
 
 

Zeugungskraft

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Die Fähigkeit des Mannes, mit seinem Samen die weibliche Eizelle zu befruchten. Die Lust dieses zu tun bezeichnet man als Brunst, Libido oder Geilheit.

Potenzmittel (Aphrodisiaka, nach Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe): Knoblauch (WEHR, 148), auch der Granatapfel, die Alraune, der Ginseng oder die Quitte gelten als Aphrodisiaka, ebenso die Spanische Fliege (ein Käfer). Auch der rechte Hoden des für besonders zeugungsfreudig geltenden Esels, der sogenannte „Eselunschlitt”, soll wirksames Aphrodisiakum sein. Der Azteke Montezuma soll mit täglich vierzig Tassen Kakao seine Manneskraft gesteigert haben. Auch die an einen Phallus erinnernde, scharfe Wurzel des Meerettichs wurde empfohlen. Laut dem Kräuterbuch des Tabernaemontanus soll bei Potenzstörungen auch ein Trunk von Wurzel und Samen der Akelei helfen (ARENS, 63). Im Mittelalter empfahl man auch gekochte Seepferdchen. (GEBHARDT u. NESS, 106)

Von den Edelsteinen wurde der Serpentin, innerlich wie äußerlich angewendet, als Aphrodisiakum geschätzt (Edelsteine in der Medizin II, 13).

Der „Magisch-sympathetische Hausschatz” rät bei nachlassender Manneskraft („böse Einwirkung”, Impotenz), der Ehemann solle mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bilden und dadurch von anderen unbeobachtet Wasser lassen (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 46).

Als wirksame Aphrodisiaka werden Spargel und Sellerie empfohlen, vermutlich weil sie (Phantasie vorausgesetzt) dem männlichen Penis ähneln. (ATKINSON-SCARTER, 102)

Ein Mann soll in der letzten Nacht des Jahres nackt einen Apfelbaum schütteln. Das gewähre das folgende Jahr stete Potenz — sagt man in Tirol.

Volksmedizinisch empfahl man gegen die Impotenz auch Kaninchenhoden oder die Läufe eines Hasen. Dieser muß aber am ersten Freitag im März vor Sonnenaufgang geschossen werden (WEHR, 131).

Als Ursache für Impotenz vermuten Zaubergläubige einen durch Hexerei hervorgerufenen Knotenzauber, bei dem ein Lederband verknotet und versteckt wurde, was diese Ligatur (Unterbindung) solange anhalten ließ, bis das Band gefunden und gelöst wurde (DONOVAN, 76).

In Mecklenburg hieß es, wer im Augenblick des Neumondes geboren ist sei nicht fortpflanzungsfähig. (BÄCHTOLD-STÄUBLI, IV, 486)

Christlicher Schutzpatron gegen eheliche Unfruchtbarkeit ist der hl. Franz von Paola.

Bei ungewollter Kinderlosigkeit soll die Gerste dem Ehepaar anzeigen, welcher der Partner unfruchtbar ist: „Nimm zwey irdne Gefäße, deren ein jedes mit seinem besonderen Merkmal gezeichnet, [...] tue hernach in jedes ein wenig Gerste, und laß den Mann in das eine, das Weib in das andere ihr Wasser lassen, solche beide Gefäße alsdann 15 Tage an einem kühlen Ort verwahren, und füge dich, wann solche Zeit vorüber, wiederum hinzu, so wirst du sehen, an welchem der Mangel beruhe, nämlich in dessen Gefäße die hingelegte Gerste nicht keimt.” (Mährischer Albertus Magnus. n. SCHRÖDTER, 34)

Auch der Lattich wird ähnlich verwendet, ebenso die Linse: „Wenn eine in den Urin einer Frau oder eines Mannes geworfene Linse keimt, sind sie fruchtbar.” (SCHRÖDTER, 59, 60)

„Willst du wissen, an wem es liegt,
daß deine Frau keine Kinder kriegt?
Tu’ Linsen in ihren und deinen Urin,
sie keimen bei dem, der schuldlos erschien.”
(H. ARNOLD, Geheime Spruch-Weisheit, Berlin, 1956, S. 77, n. SCHRÖDTER, 60)

Siehe auch Geilheit und Zeugung.