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| Der Mensch | |
-- in Vorbereitung / Sammlung --
Die Leber galt in der Antike als Sitz der Leidenschaften und niederen Begierden. Die dunkle Färbung des Organs erinnerte an den nächtlichen Himmel, an dem auch die Astrologie das Schicksal abzulesen sucht.
Die Befragung der Leber zwecks mantischer Zukunftserforschung bezeichnet man als Leberschau (Hepatoskopie), in der Antike war dieses das Haruspicium (BIEDERMANN, 1998, 291).
Als Haupt der Leber bezeichnet man eine Schwellung am rechten Leberlappen. Diese war bei der Eingeweideschau von besonderer Bedeutung, hieß es doch, es sei ein schlechtes Vorzeichen, wenn das Haupt der Leber bei der Ausweidung des Opfertiers versehentlich abgetrennt wurde.
Den im Tartaros gefesselten Tityos suchte regelmäßig ein Geier auf, um seine Leber zu zerhacken.
Ähnlich erging es dem Prometheus, dem ein von Zeus gesandter Adler täglich gleiche Qual beschied, bis ihn der Herakles davon erlöste.
Der nordischen Sage zufolge starb der Held Gunnar in einem Schlangenturm. Eine Natter durchbohrte ihn bis zur Leber (Edda, Drap Niflunga).
Zur Stärkung der Leber empfiehlt die medizinische Gesteinskunde den Hyazinth oder den Sarder.
Leber und Nieren anregend und somit entschlackend wirkend gilt auch der Aktinolith. (STEPHAN u. ASCHBERG, 127)
Aus dem Pflanzenreich soll der Saft der Brennessel, der Goldrute oder des Löwenzahns wohltun.
Der geschwollenen Leber soll eine Essenz von der Palmlilie abhelfen, bei Leberstauung greife man zur Berberitze.
Segensreich soll auch die Rune Ur wirken.
Menschenleber zu verzehren soll unsichtbar machen, sagte man in Mecklenburg. (ZEPF i. Handwörterbuch, VIII, 1455)