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| Sterben, Tod und Grab | |
Oder Leichnam, bei Tieren auch Kadaver, Aas. Der leblose Körper des Verblichenen.
-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --
Nach nordischem Mythos wird das Fleisch aller gestorbenen Menschen vom Mondhund Managarm gefressen (Gylfaginning, 12).
Leichenteile, besonders der Schädel, werden als Zutat nekromantischer Rituale beschrieben, auch zu allerlei Schadenszauber.
Ein Phänomen sind die unverwesten Leichname längst verstorbener christlicher Heiliger (z. B. Andreas Corsini in S. Maria del Carmine in Florenz, Italien).
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: bei einer leiche lasse man keine zähren fallen auf den todten, er kann sonst nicht ruhen. (GRIMM, A. 397)
wenn die leiche beim glockengeläute die farbe wechselt, sehnt sie sich nach der erde. (GRIMM, A. 829)
Will man nie wieder Grauen empfinden, so muß man einem Todten an die Nase faßen. (aus Mellin, KUHN u. SCHWARZ, XXV, 292)
Wer im Besitz eines Lappens ist, mit welchem eine Leiche abgewaschen wurde, vermag durch diesen, Menschen und Vieh etwas anzuthun. (aus dem Samland, FRISCHBIER, Hexenspr. u. Zauberb., 6)
Über den Alchimisten Edward Kelly wird die Schauergeschichte kolportiert, er habe einen frischen Leichnam exhumiert und damit den Teufel beschworen. (SMITH n. KIESEWETTER, 77)
Das Waschen der Leiche bei der Leichenwäsche soll weniger der äußeren Reinlichkeit dienen, als vielmehr Dämonen vertreiben, da diese das Wasser meiden sollen und bei Berührung des Leichnams mit dem Naß das Weite suchen (BRASCH, 57).
Bei einem Toten gebrauchte Kämme, Messer und Tücher soll man dem Verstorbenen mitgeben. (aus Worms, GRIMM, A. 546)
sieht eine wöchnerin einer leiche nach, so bekommt ihr kind keine farbe. (GRIMM, A. 1064)
Siehe auch Sprechender Kopf, Main de la gloire (Diebshand, Leichenhand), Tod und Grab.
Der blinde, unterwürfige Folgsamkeit meinende Ausdruck spielt auf die Ordensregel der Jesuiten an. Der Ordensgründer Ignatius von Loyola hatte befohlen, jeder Jesuit müsse sich von seinen Oberen führen lassen, als wären sie ein Leichnam, der sich überallhin tragen und auf jede Weise behandeln läßt. (KRÜGER-LORENZEN, 154)