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-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --
Der seit jeher mit den Mondphasen verbundene Zyklus der Frau. Hierum rankt sich allerlei Aberglaube, der im Blutfluß ein besonders kräftiges Mittel sieht, sowohl in stärkender wie in verderblicher Hinsicht.
Der weibliche Blutfluß ist für viele magische Rituale wichtige Zutat, auch zur Erlangung der Alraunwurzel soll das Blut, gemischt mit Urin, nützlich sein.
Dagegen war (ist) es Frauen vielfach verwehrt, sich während der Tage einem Brunnen zu nähern, man befürchtet(e), das Wasser könne verderben. Solches Schicksal droht auch dem Bier, denn:
Wann ein Foemina menstruata, solches entweder ein Bräuhaus, oder Keller füllet, und damit umgehet, so kann es [das Bier] auch leichtlich sauer werden (Der vollkommene Bierbrauer (1784), 158).
Zu vermeiden war während der Regel auch das Einkochen, da das Berühren der Früchte diese verderben ließe (WEHR, 161).
Bei Agrippa von Nettesheim ist zu lesen, in Gegenwart von Menstruationsblut würden Bienenstöcke absterben und die Bienen den Körben entfliehen (De Occulta Philosophia, Kap. XLII., zit. n. SCHRÖDTER, 59).
Ein weiterer Aberglaube mahnt, eine Frau solle während ihrer Tage nicht in den Spiegel schauen, weil der sonst blind werde.
Gärtnerinnen sollen während ihrer Zeit nichts pflanzen, heißt es, und Menstruierende sollten besser kein kaltes Wasser berühren, da das sonst auslaufe.
Solches Denken ist verbreitet und alt.
Die altiranische Dämonin Drug soll vom Prinzip des Bösen, Angra Mainyu, geküßt worden sein und so die Unreinheit der Menstruation verursacht haben.
Die Regelblutung gilt auch in der Bibel als unreine Krankheit (3. Mose 12,2ff.).
Der Grieche HESIOD mahnte Männer, sich keinesfalls mit dem Badewasser einer Frau zu waschen, denn ... darauf steht nachmals verderbliche Strafe. (Werke und Tage, 752)
Der nordische Gott Thor drohte im Fluß Wimur zu ertrinken, der vom Menstrationsblut der Riesin Gjalp enorm angeschwollen war. So jedenfalls nach feministischer Interpretation der Sage (Quelle?).
Eine Frau namens Bernike pries Jesus dafür, daß der ihren zwölf Jahre andauernden Blutfluß gestoppt habe, indem sie die Quaste seines Gewands berührte (Evangelium d. Nikodemus, n. WEIDINGER, Apokryphen, 473).
Bei Regelbeschwerden hält die Kräuterapotheke Echtes Wanzenkraut, Gartenbingelkraut, Goldlack, Oleander, Rainfarn, Sellerie, Weinraute und Weiße Taubnessel parat. Als empfehlenswert gilt auch ein Potentilla Anserina genannter Tee vom Gänsefingerkraut.
Tee aus roter Schafgarbe verabreichte man gegen das Ausbleiben der Menstruation (WEHR, 161). Empfohlen wird auch ein Tee aus den roten Blüten der Lichtnelke.
Es heißt, wenn mehrere Frauen einige Zeit gemeinsam in einem Raum schlafen, wird sich ihr Zyklus allmählich angleichen, bis alle gleichzeitig menstruieren (stimmt das?).
Die Phibioniten, eine gnostische Sekte, deuteten laut Epiphanias das Bild des zwölf mal im Jahr tragenden Baumes der Johannesapokalypse allegorisch auf die den in jedem Monat eintrtetenden weiblichen Blutgang. (Panarion haer. XXVI,5, in: ZACHARIAS, 31)
Menstruationsblut gilt als besonders wirksame Zutat für allerlei Liebeszauber. Aus Ungarn ist das Rezept überliefert, demnach das Mädchen Mehl und Honig stehlen und daraus einen Kuchen backen solle, dem sie ihr Menstruationsblut beimengt und dem Geliebten zu essen gibt (BAUER, Das sechste und siebente Buch Mosis, 145f.). In ein Getränk gemischt soll das Menstruationsblut gar rasende Liebe bewirken (ebd., 146).
Nachts umgelegte Amulette mit getrocknetem Menstruationsblut sollen Nachtmahre vertreiben, die als Erreger von Alpträumen gelten.