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| Der Mensch und sein Körper | |
(lat. lien) Ein Organ im Körper von Wirbeltieren und damit auch im Körper des Menschen, das im Blutkreislauf das Blut filtert und speichert, rote Blutkörperchen abbaut und weiße Blutkörperchen bildet, außerdem noch Antikörper bei Infektionen.
Die Milz befindet sich beim Menschen im Oberbauch unterhalb des linken Rippenbogens und ist im gesunden Zustand etwa 200 Gramm schwer.
Wird die Milz aufgrund schwerer Erkrankungen unbrauchbar und muß sie darum operativ enfernt werden, so vermag der menschliche Körper ihre physiologischen Aufgaben von Leber, Knochenmark und Lymphknoten übernehmen zu lassen.
Die antike Medizin sah in der Milz den Sitz der Melancholie. Das englische Wort für Milz ist spleen (von gr. splen), hierzulande meist als Exzentrik bezeichnet. Darin entdeckt die Sprache den Exzentriker als ein im tiefsten Grunde melancholisches Wesen, das stets in Gefahr ist, unter den Rädern der Wirklichkeit zermahlen zu werden.
Nach HARTMANN ist die Milz für die Möglichkeit verantwortlich, Geister mit allen fünf Sinnen wahrnehmen zu können. Damit komme diesem Organ ebenso eine okkulte Funktion zu, wie es auch bei der Zirbeldrüse der Fall sei. (Seelenbräute und Vampirismus, 9)
Von der Asche des Delphinmagens wird gesagt, sie heile Milzbeschwerden. (BÄCHTOLD-STÄUBLI, II,186)
Freunde des Bieres wissen es seit langem:
Zwischen Leber und Milz,
passt immer noch ein Pils.
Der Magisch-sympathetische Hausschatz rät bei stechender Milz, einen Stein aufzuheben, dreimal darauf zu spucken und den Stein zurückzulegen (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 54).