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 Allmende
 
 

Name, Eigenname

Ein Begriff, der weit über die Bezeichnung einer Person oder eines Wesens hinausgeht. Mit dem Eigennamen tritt ein Es aus der Masse ins Licht des Greifbaren.

Der Name wird von seinem Träger häufig geheimgehalten - seine Kenntnis ist eine wichtige Waffe für den Exorzisten, der durch Aussprechen ihrer Namen die Dämonen aus dem befallenem Körper austreibt oder für Hexen und Magier, die Namenszauber üben. Andersherum ermöglicht Aussprechen des Namens auch die Herbeirufung eines Dämons, so daß dabei Vorsicht angezeigt ist.

Der biblische Gott Jahwe schärft seinen Gläubigen ein, mit seinem Namen keinen Mißbrauch zu treiben (so 5. Mose 5, 11). Diese Scheu war bei altsemitischen Stämmen weit verbreitet, weshalb man die Gottheit als Adonai, El oder Baal anredete, was in schlichter Größe „Herr” bedeutet (WALKER, 776). Auch im Christentum wird üblicherweise nur von „Gott” oder „Herr” gesprochen.

Im Märchen wird Rumpelstilzchen die Kenntnis seines Namens zum Verhängnis.

Auch der Nachtmahr (Alp) kann durch Aussprechen des Namens vertrieben werden (siehe Murraue).

In der nordischen Mythologie tritt der Gott Odin in Verkleidung und unter falschen Namen auf. Er nennt sich Gagnrad, als er zum Thursen Vafthrudnir zieht, um mit dem einen Wettstreit um ihr Wissen zu beginnen, da ihm nach dem Urzeitwissen des Riesen gelüstet.

Sigurd vermeidet es, dem Drachen seinen Namen zu nennen, als dieser von ihm durchstoßen im Sterben liegt. Der Fluch des Sterbenden könnte ihm schaden, wenn er mit dem Namen versehen ist (Edda, Lied vom Drachenhort, 13f).

Im Aberglauben heißt es „man soll dem todten keinen namen zurufen, sonst wird er aufgeschrien.” (GRIMM, 1992, III., 463)

Ein besonderer Vorgang ist die Namensgebung. In der Bibel gibt der erste Mensch allen Tieren ihre Namen, in der nordischen Edda benennen die Asen die Tageszeiten (Edda, Voluspa 6).
Sowohl die christliche Taufe wie auch Aufnahmerituale, ob bei Jugendbanden oder bei Geheimbünden, kennen die Hervorhebung des Namensgebers gegenüber dem Namensempfänger.

Durch Benennung nach einem Namenspatron soll der jeweilige Heilige geistiger Pate des nach ihm benamten werden.

Demgemäß kommt es oft zu einer Namensänderung, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt. So nennt sich der Christenfeind Saulus nach seiner Bekehrung zum Apostel Paulus. Zuvor hatte Jesus dem Simon den Namen Petrus gegeben (Markus 3,16 u. Johannes 1,42).

Der eigene Namen kann auch zur Zauberei dienen, etwa bei einem Hochzeitsorakel. Der „Magisch-Sympathetische Hausschatz” rät Unverheirateten, in der Silvesternacht mit Lichtern in den Händen vor einen Spiegel zu treten und dreimal den eigenen Namen zu rufen. Dann zeige sich der oder die Zukünftige. (Magisch-sympathethischer Hausschatz, 136)

„Schon in der Antike finden wir die Verwendung des einfachen Götternamens im Schriftzauber; im Pariser Zauberpapyrus wird geraten, den Namen der Göttin Hekate einzuritzen.” (TIEMANN i. Handwörterbuch IX, N. 318)

Der niedergeschriebene Name der hl. Helena helfe „bei der Entdeckung von Dieben, denn sie war nach der Legende die Finderin des Kreuzes Christi.” (TIEMANN i. Handwörterbuch IX, N. 319)

„Will man von einem Schlafenden Geheimnisse erfahren, fasse man ihn an der großen Zehe und frage herzhaft, was man will. Nur muß man sich hüten, den Namen des Schlafenden zu nennen, weil er sonst erwacht.” (Magisch-sympathethischer Hausschatz, 157)