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 Physikalische Phänomene
 
 

Od

Eine von Karl-Ludwig Freiherr von REICHENBACH so nach dem nordischen Gott Odin bzw. dem germanischen Wort Od, „ursprünglich”, benannte Lebensenergie.

Wenngleich REICHENBACH als Chemiker und Industrieller weithin Anerkennung genoß, blieb er mit seiner Ansicht von der Od-Kraft Außenseiter.
Nach REICHENBACH seien die als Od bezeichneten Ausstrahlungen für entsprechen sensitive (empfindliche) Menschen sogar sichtbar. Sogar unbelebte Gegenstände könnten ausstrahlen (GRÜN, 148).

REICHENBACH berichtete, besonders empfindliche Menschen (Sensitive) hätten bei Annäherung ihrer Hand an einen Bergkristall entweder etwas Neues, Unangenehmes oder etwas Kühles, Angenehmes verspürt (Briefe, 18/19). In einem weiteren Versuch wurde ein Bergkristall in einen völlig dunklen Raum gebracht und eine sensitive Person hinzugeführt. Diese nahm ein feinglühendes Leuchten an dem Bergkristall war, an seiner Spitze eine wogende, blaue Leuchterscheinung, die sich beim Umdrehen des Bergkristalls zu dumpfen, rotgelben Rauch wandelte. (Briefe, 22) Dieser von ihm weiter untersuchten, bislang unbekannten Kraft gab REICHENBACH den Namen Od. (Briefe, 24/25, alles zit. n. STEFFEN, 125/126)

In weiteren Versuchen konnte REICHENBACH den Botaniker Prof. Endlicher in einem völlig dunklen Raum eine Blume und sogar deren Farbe erkennen lassen (Briefe, 56/57). Überhaupt stellte er fest, daß alle Materie selbstleuchtend sei. (Briefe, 123, zit. n. STEFFEN, 126/127)

Eine weitere Entdeckung machte REICHENBACH, als er in stockdunkler Nacht Sensitive auf einen Friedhof führte: über neueren Gräbern nahmen die Versuchspersonen bläuliche Lichterscheinungen wahr, die sich als nebelhafte Gebilde von verschiedener Größe wie tanzend im Wind bewegten (STEFFEN, 128).

Als Od-Lohe bezeichnet man eine ungewöhnliche, flammende Leuchterscheinung, meist auf dem Kopf eines Menschen, aber auch bei Tieren.

Berichtet wurden derartige Leuchterscheinungen von Ascanius, dem Sohn des Aeneas. Als der mit seinem Vater Anchises darüber stritt, ob sie das brennende Troja verlassen sollten, schlug dem Knaben eine Flamme aus dem Kopf, ohne daß er davon verletzt wurde (n. HEDERICH, Sp. 431.

Der Renaissance-Gelehrte Agrippa von NETTESHEIM berichtet neben diesem Fall (Kap. LVI und Kap. XLIII, zit. n. SCHRÖDTER, 68) auch von Alexander dem Großen, der bei einer Schlacht in Indien Funken versprüht haben soll. Ebenso soll der Vater des Theoderich (der Große, König der Goten) Funken versprüht haben. Auch Tiere, nämlich das Pferd des Tiberius, schnaubte Feuerflammen (ebd.).

Willy SCHRÖDTER interpretierte dieses Berichte dahingehend, daß hier von einer Überkraft berichtet wird, die mit der von Freiherr Dr. Karl von REICHENBACH beschriebenen Od-Kraft identisch sei. (SCHRÖDTER, 69) REICHENBACH erklärte: durch Schütteln von Flüssigkeiten entsteht Od. (SCHRÖDTER, 90) Anders als das von REICHENBACH vertriebene Paraffin, Kreosot, Picamar usw. fand die Entdeckung des Od allerdings nicht die begeisterte Aufnahme der gelehrten Welt.

Für SCHRÖDTER hingegen ist das Od erwiesene Tatsache, neben den erwähnten Beispielen weist er auf einen Zusammenhang der Od-Lohe mit dem den Heiligen zugesprochenen Strahlenkranz (Nimbus) hin. Ähnlich sei die Verklärung des Sokrates zu interpretieren. Dieser altgriechische Weise soll (nach AGRIPPA) „dergestalt verklärt worden sein, daß er die Sonne an Lichtglanz übertraf.” (SCHRÖDTER, 69)

SCHRÖDTER weist überdies noch darauf hin, daß beim erwähnten Sohn des Aeneas die Flamme dem Scheitel des Ascanius entsprungen sei, ebendort, wo sich bei seelischer Erregung das Haupthaar sträubt. (ebd.)

 

Diese Beschreibungen legen nahe, daß diese Phänomene im Zusammenhang mit der der östlichen Tradition entstammenden Lehre von den Chakren stehen, ähnlich sind Vorstellungen von der Lebenskraft und von der Aura bzw. dem Astralleib.

 

„Der Sonnentau ... reagiert bei der Nahrungswahl nicht vermöge chemischer Instinkte, sondern auf physikalische Kräfte. Odisierte Platinstücke ergriff die genasführte Pflanze gierig und stieß wiederum entodete Leckerbissen ab.” (ZIEGLER, GÄDICKE, n. SCHRÖDTER, 93)

„Die Eberwurz (...) hat nach den übereinstimmenden Angaben von ,Kunstbüchern’ bei sich getragen die ,magisch-magnetisch-sympathetische ’Eigentümlichkeit, das Od der Umgebung anzuziehen und auf den Träger zu verlagern.” (SCHRÖDTER, 87)