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 Allmende
 
 

Opfer

Allgemein sind Opfer Gaben, die einer Gottheit dargebracht werden, um von dieser Gunst und Gnade zu erbitten. Unterschieden werden Menschen- und Tieropfer sowie unblutige Opfer wie Pflanzen oder Gebäck. Diese können als Ganzes oder in Teilen geopfert werden, verbrannt, an heiligen Plätzen liegengelassen oder in Gemeinschaft der Gläubigen verzehrt.

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

 

Opfer im griechischen Altertum

Bei Opferung von Menschen (nur in früher Zeit) und Tieren wurde den Opfern das Stirnhaar abgeschnitten.

Bei HOMER liest man von Rinderopfern, bei denen die mit Fett umwickelten Stücke des Schenkels verbrannt wurden. Der Rest des Rindes wurde im Kreis der Opfernden gemeinschaftlich verzehrt. Zu besonderen Anlässen wurde eine ganze Hundertschaft (Hekatombe) von Rindern geopfert.

Bei HESIOD steht zu lesen, der weise Zeus, der wenig zuvor unter Mithilfe seiner Mutter Rhea die Herrschaft seines Vaters Kronos beendet hatte, habe sich von dem klugen Titanen Prometheus herausgefordert gesehen. Prometheus hatte nämlich zugunsten der Menschen einen geschlachteten Stier so hergerichtet, daß Zeus den Teil erhalten sollte, dernach außen hin üppiger erschien, dabei aber nur ein Haufen Knochen mit einer Fettschicht darüber war, während der andere Haufen nach außenhin unscheinbar war, unter dem obenaufliegendem Magen aber das Fleisch und die nutzbaren Eingeweide enthielt. Zeus durchschaute zwar die List, wählte aber dennoch den ihm zugedachten Haufen — um gleich einen Grund zu haben, Prometheus klug und verschlagen zu nennen und zur Strafe dessen menschlichen Schützlingen das Feuer vorzuenthalten. (Theogonie, 521ff.)

Die Menschen soll der Kentaur Chiron Eid und Opfer gelehrt haben.

So heißt es auch von Dionysos. Außer der Trunkenheit durch Rauschtrank soll Dionysos auch die religiöse Berauschung der Menschheit befördert haben, indem er diese in der Opferhandlung unterwies (OVID, Fast. III., 727, zit. n. HEDERICH, Sp. 508).

Kekrops, der spätere erste König Athens, kam über Phönizien aus Ägypten nach Zypern. Hier gründete er die Stadt Koronis, wo er seiner Tochter Aglauros zu Ehren jährliche Menschenopfer einführte.

Sokrates erbat sich vor seinem Tode die Opferung eines Hahns zu Ehren des Asklepios. Der Hahn diente wohl als Erwecker im Jenseits.

 

Opfer bei den Germanen

Bei J. GRIMM liest man: „Die griechischen heldenopfer wichen ab von den götteropfern, dem gott wurde bloß eingeweide und fett der thiere dargebracht, der aufsteigende geruch genügte; dem vergötterten held das fleisch und blut selbst zum genuß. So sättigen sich die in Valhöll aufgenommenen einherjar an Sæhrîmnir des ebers gesottenem fleische und trinken mit den asen; nicht wird gesagt, daß asen auch an der speise teil gehabt hätten.” GRIMM nimmt hierauf Bezug und und fragt: „Läßt sich daraus verschiedenheit der opfer folgern, die göttern und halbgöttern geschahen?” (Deut. Mythol., I. 320)

Ottar, ein Held der nordischen Mythologie, hatte auf seinem Weihtum derart geopfert, daß der Opferstein zu Glas geworden war. Dafür lobte ihn die Freyja und erkor Ottar zu ihrem Günstling (Edda, Hyndlalied).

 

Opferähnliche Handlungen in der Zauberei

Ähnlich wie beim gottesdienstlichen Opfern verhält es sich in der Zauberei, wenn im Ritual Räucherungen oder gar Tieropfer vorgesehen sind. Mitunter verschwimmen hier magische Praxis und Religionsausübung. Wenn im alten Griechenland zur Bekämpfung des trockenen Windes Lips ein halbierter weißer Hahn um die Weinreben getragen und anschließend begraben wurde (PAUSANIAS, Argolis, 34,2), so bleibt unklar, ob hier Gottheiten gebeten wurden, die dem Wind gebieten könnten (Religion), ober ob aufgrund eines Analogieschlusses das weiße Gefieder des Hahns auf metereologische Eigenheiten Bezug nimmt (Analogiezauber).

Manche nekromantischen Rituale sahen das Schlachten reiner Knaben vor, aus deren Eingeweiden gelesen wurde, auch deshalb ist die Totenbeschwörung weithin verpönt (BIEDERMANN, 318).