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 Pflanzenwelt
 
 

Kapuzinerkresse

Tropaeolum majus L.
Tropaeolaceae (Kapuzinerkressengewächse)

Kapuzinerkresse.
Mit der Kapuzinerkresse lassen sich in kurzer Zeit ganze Wände begrünen. Reiche Blüte bis weit in den Herbst hinein erfreut Betrachter und Insekten. Im Garten d. Verf., Oktober 2004

 
(auch Indianerkresse, Kapuzinerblume) Ein kletterndes Kraut und ebenso hübsche wie nützliche Gartenzierpflanze. Aus den lang wuchernden (bis drei Meter) Trieben wachsen sich verkrümmende Blattstiele mit schildartigen Blattspreiten, an welchen sich die Kapuzinerkresse mühelos pasenden Klettergelegenheiten emporrankt, dabei bunte, gern von Insekten besuchte Blüten bildend.

Der botanische Name Tropaeulum (von lat. tropaeum, „Siegeszeichen”) bezieht sich auf die schildartigen Blätter und die helmförmigen Blüten. (DÜLL u. KUTZELNIGG, 451)

Die Kapuzinerkresse stammt aus dem nordwestlichen Südamerika und wurde 1884 nach Europa eingeführt (ebd.). Seither erfreut sie Gartenbesitzer durch ihren üppigen Wuchs, ihre reiche, schöne Blüte und ihre Genießbarkeit, welche sich über alle Teile der Pflanze erstreckt, besonders die scharf und kresseartig (Name!) schmeckenden Blüten, welche eine Zierde für exotisch angemachte Gerichte sind.

Die Pflanze blüht vom Frühsommer bis weit in den Herbst hinein und ist eine ideale Pflanze zur Berankung größerer Flächen, auch auf ärmeren Böden oder im Schatten.

Ein Zuviel des Verzehrs soll möglicherweise zu Darmreizungen führen, ansonsten ist die Kapuzinerkresse als antibakteriell wirkendes Mittel Bestandteil von Arzneimitteln gegen Harnwegsinfektionen und Bronchtis. (DÜLL u. KUTZELNIGG, 451)

Schon die alten Inkas träufelten den Saft der Kapuzinerkresse über Wunden und sollen damit erstaunliche Heilerfolge erzielt haben. Tatsächlich enthalte das Kraut Antibiotika, welche das Penicillin an Wirksamkeit übertreffen sollen. (SCHRÖDTER, 256)

Nach manchen ist die Kapuzinerkresse der Rune Ur zuzuordnen. (BARRET, 52) Dieses ist wohl Gedankengut neuzeitlicher Runendeutung, denn den alten Germanen muß diese aus der Neuen Welt stammende Pflanze unbekannt gewesen sein.

Die Kapuzinerkresse gilt als Schutzpflanze gegen die Blutlaus. (SCHRÖDTER, 25)

 

Bei einer bestimmten Art Kapuzinerkresse wurde ein elektrisches Phänomen beobachtet, das J. S. Halle wie folgend beschrieb: „Eine Gesellschaft sah an einem Sommerabend, da sie im Garten spazierte, Arten von Blitz aus den Blumen der indianischen Kresse [...] herauffahren, und Linnaus ... beobachtete dieses Nachtphänomen acht Tage darauf ebenfalls. Dieses Licht zeigte sich im Julius, nach Sonnenuntergang, und bis in die dunkle Nacht, mit vieler Lebhaftigkeit. Den August hindurch war das Licvht nicht mehr so helle. Die eigentliche Farbe dieser Blume ist braun-rot, und es haben ihre zwei oberen Blätter am Grunde schwarze Streifen, da die anderen Arten blaßgelb und ohne schwarze Streifen sind. Die Blitze zeigen sich bloß an der ersten Art, wenn man die Augen ein wenig verschließt und nicht ganz öffnet.” (in: Magie oder die Zauberkräfte der Natur etc., II, 331, Berlin 1787, n. SCHRÖDTER, 54)