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 Pflanzenwelt
 
 

Scharbockskraut

Ranunculus ficaria

Scharbockskraut.
Scharbockskraut. Die Brutknöllchen sehen wie kleine Kartoffeln aus.
 
(auch Feigwurz) Ein zu den Hahnenfußgewächsen gehörendes, in Europa heimisches Frühjahrskraut.

Interessant sind die stärkehaltigen Brutknöllchen der Unterart bulbilifer. Diese Bulbillen bilden sich in den Achseln der Blattstiele und Seitentriebe, haben etwa die Größe und das Aussehen eines Weizen- oder Gerstenkorns und fallen bei Reife ab. Aus ihnen bilden sich dann neue Pflanzen.

Bei passendem Gelände und genügender Anzahl kann man nach kräftigen Regengüssen beobachten, wie der Regen die Brutknospen zusammenspült, so daß es wie ein verlorener Haufen Getreide aussieht. Da man daraus ein Brot backen kann, zudem die Herkunft dieser Körner mancherorts unklar war, nannte man sie „Himmelsbrot”, „Erdgerste” oder — nach biblischem Motiv (2. Mose 16,12ff.) — „Mannaregen”.

Früher wurde im Frühjahr das erste frische Grün des Scharbockskrauts als Salat gegessen. Da die Blätter reich an Vitamin sind und darum gegen die Vitaminmangelkrankheit Skorbut helfen (Skorbut und Scharbock sind einerlei), erhielt das Kraut seinen Namen. Allerdings hat das Scharbockskraut — wie alle Hahnenfußgewächse — eine gewisse Giftwirkung, weshalb der Verzehr größerer Mengen nicht ratsam ist. (DÜLL u. KUTZELNIGG, 369)

Gegessen werden auch die Blütenknospen, die, in Essig eingelegt, ähnlich Kapern verwendet werden.

Den Namen Feigwurz verdankt das Kraut seiner Anwendung gegen Feigwarzen, wofür die Knollen benutzt werden.