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 Pflanzenwelt
 
 

Silberdistel

Carlina

Eine Gattung der Korbblütler Asteraceae, teilweise als Zierstaude in Gärten gepflanzt.

 

Eberwurz

Carlina acaulis L.

ahd. epurwurz, auch Carlsdistel, Mariendistel, Stengellose Eberwurz, Roßwurz, Wetterdistel

Eine in gebirgiger Landschaft dicht am Boden ohne Stiel wachsende Pflanze mit silberweißen, unwelkenden Blättern.

Gesammelt (geschützt!) werden in September und Oktober die Wurzeln, woraus man Abkochung, Pulver und Tinktur bereitet. Solche Verordnungen empfiehlt die Kräutermedizin als harn- und schweißtreibendes Mittel, das abführend und fiebersenkend wirkt und Würmer vertreibt (SCHINDLMAYR, 357.

„Als während einer pest Carl der große in sorgen entschlafen war, erschien dem träumenden ein engel und befahl ihm einen pfeil in die luft zu schießen: auf welches kraut er niederfallen werde, das sei heilsam gegen die seuche. Carl schoß am morgen den pfeil ab, dessen spitze in einer eberwurz stecken blieb: sobald man sie ärztlich anwandte, wich die pest. Wer eberwurz bei sich trägt, und wenn er noch so lange liefe, wird niemals müde; auch entzieht er einem gesellen, der mit ihm über feld geht, alle kraft, weshalb man sie ehmals bei wettrennen den pferden anzuhängen pflegte, oder einem weib oder mann in der ehe, ohne daß sie es merkten, worauf dann der andere theil abzehren und sterben muste, auch die eberwurz in den trog genägelt, daß die schweine darüber fressen, und daher soll ihr name rühren (Wolfg. Menzels literaturbl. 1844, s. 9. 10). Wahrscheinlich hat die benennung eberwurz andern grund, carlina scheint aber nach der sage gebildet. dem König Carl erschienen oft verkündigende engel im traum, und vom kampf mit dem eber gingen schwere träume; vielleicht heilte das kraut die vom eberzahn gehaune wunde” (GRIMM, Deutsche Mythologie, II., S. 1011).

Im Norden nannte man das Kraut auch gulli byrstum oder gullborst. Gullinbursti ist in der Edda Name eines von Zwergen erschaffenen Ebers, der dem Freyr, manchmal auch der Freyja, als Reittier diente (ebd., III., S. 76).

Wenn die Blüten der Silberdistel geschlossen sind, ist Regen zu erwarten, weshalb die Pflanze auch Wetterdistel genannt wird.

„Die Eberwurz (...) hat nach den übereinstimmenden Angaben von ,Kunstbüchern’ bei sich getragen die ,magisch-magnetisch-sympathetische ’Eigentümlichkeit, das Od der Umgebung anzuziehen und auf den Träger zu verlagern.” „Früher hing man sie drum bei Wettrennen den Pferden ins Gebiß, woher auch ihr Name ,Roßwurz’” (SCHRÖDTER, 87)