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 Pflanzenwelt
 
 

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giftig!
Tulpe


Tulipa
Liliaceae, Liliengewächse

Eine beliebte Gartenzierpflanze und Schnittblume. Im Frühjahr werden aus Zwiebeln erst die Blätter, dann prächtige Blüten getrieben. Wild kommt in Mitteleuropa seit dem 16. Jahrhundert die aus dem Mittelmeergebiet eingebürgerte Wild-Tulpe (Tulipa sylvatica L.) vor, in Gärten und Handel sind die zahllosen Sorten der Garten-Tulpe (Tulipa gesneriana L.) vorherrschend.

Tulpe.
Tulpe. Im Garten d. Verf., April 2004

 
1554 führte BUSBEQUIUS die ersten Zwiebeln aus Konstantinopel nach Westeuropa ein. Den Namen widmete LINNÉ dem Botaniker GESSNER, der die Tulpe 1559 erstmals für die westliche Wissenschaft beschrieben hatte (DÜLL u. KUTZELNIGG, 451ff.). Zuchtformen der Tulpe waren ehedem heiß begehrt und machten Wirtschaftsgeschichte, indem 1721 der Börsenhandel mit Tulpenzwiebeln aufgrund der teils gebotenen horrenden Preise zu einer ersten Spekulationsblase führte, die machen Anleger das Vermögen kostete, als sie zerplatzte.
Die — wenn nach geometrischem Muster gepflanzt — etwas streng wirkend könnende Haltung der Tulpe hat sie wohl zu einer begehrten Parkzier für absolutistische Schloßgärten werden lassen.
Neue Sorten kommen heute in Mengen auf den Markt, werden von den noch immer zahlreichen Tulpenfreunden allerdings weit gelassener als ehedem aufgenommen.

„Als Tulpenzüchter van der Dahlen im fremden Garten seine Monopol-Tulpe sah, kaufte er denselben, zertrat die Tulpenzwiebel und gab noch am gleichen Tage das Grundstück mit 20000 Gulden Verlust dem Erstbesitzer zurück!” (SCHRÖDTER, 14)

Blumensprachlich steht die Tulpe für Wohlstand ebenso wie für die Vergänglichkeit des Irdischen (HEILMEYER, 18).

Eine Tulpe benötigt vom ersten Auskeimen bis zur ersten Blüte rund sieben Jahre. Viele Blüten der Gartensorten sind zudem steril, so daß vegetative Vermehrung durch Tochterzwiebeln vorherrscht. (DÜLL u. KUTZELNIGG, 451ff.)