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 Pflanzenwelt
 
 

Echter Alant

Inula helenium L.
Asteraceae (Korbblütler)

Deutsche Namen auch Alantwurz, Aletwürze, Edelherzwurz, großer Heinrich, Odenskopf, Olat oder Oltwurz (LOSCH, 159).

Das mehrjährige Kraut ist von kräftigem Wuchs, der bis drei Zentimeter dicke Stengel, von dem gabelig Seitensprosse abzweigen, erreicht gute zwei Meter Wuchshöhe. Entsprechend groß ist auch der bis sieben Zentimeter weite Blütenkorb mit seinen zahlreichen, von Juli bis August blühenden gelben Einzelblüten.

Gegessen wird vom Alant der Wurzelstock, der bei der Wildform bis zwanzig Zentimeter lang werden kann, bei kultivierten Formen um einiges größer. Ihr Reichtum an Kohlenhydraten, ätherischen Ölen und organischen Säuren macht die Wurzel wertvoll als Nahrungsmittel sowie in der Medizin. Besonders in Osteuropa ist der Alant ein geschätztes Heilkraut. „In der alten Rus glaubte man, daß diese Pflanze 9 ungewöhnliche Eigenschaften oder die Kräfte aufweist, den Menschen von 9 schweren Übeln zu befreien.” (KOSCHTSCHEJEW, 97)

Die Wurzel, offizinell Radix Helenii oder R. Enulae, wird wegen ihrer harntreibenden und auswurffördernden Wirkung eingesetzt, sie hilft bei Blutarmut, unterstützt die Verdauung, wirkt harntreibend und hilft bei der Regel sowie bei Husten den Bronchien und Atemwegen.
Einen heilenden Aufguß bereitet man aus 15-30 g der Wurzel, aus ihr gewinnt man das Extractum Helenii (bzw. E. Enulae). Überdosierung führt zu Erbrechen (LOSCH, 159)

Ein Fußbad mit Odermennig und Alantwurzel soll der Müdigkeit nach langer Wanderung abhelfen (LOSCH, 62).

Als magisch wirkendes Kraut wird der Alant als Bestandteil von Räucherwerk eingesetzt, er soll Haustiere schützen. (MALA, 123).

Einen Alantlikör erhält, wer 15 g getrocknete Alantwurzeln eine halbe Stunde in Wasser kocht, nach dem Abseihen Zucker hinzufügt und, nachdem dieser Zucker sich aufgelöst hat, das ganze vermischt mit dem Wodka erneut zum Kochen bringt und abgekühlt auf Flaschen zieht (KOSCHTSCHEJEW, 199).