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| Pflanzenwelt | |
Eine populäre Bezeichnung für den bunten Blütenbstand von Kräutern und Sträuchern mit auffallenden Blütenblättern, wobei auch (bei Stauden) die ganze Pflanze als Blume bezeichnet wird.
Als die Menschheit sich dem Ziergarten zuwandte und die Schönheit der Blumen entdeckte, entwickelte sich eine reiche Blumensymbolik. Der darin Verständige vermag so aus einem Blumenstrauß, der Anlage eines Gartens oder Blumendarstellungen an Werken bildender Kunst oder Blumennamen im geschriebenen Text eine durch die Blume vermittelte Botschaft zu erkennen. Entsprechend gilt auch die Redensart von der unverblümten Sprache, wenn also etwas direkt ausgesprochen wird — im Gegesatz zur verklausulierten und ausgeschmückten blumigen Rede.
Einige Beispiele für die symbolischen Zuordnungen der Blumen sind Rose — Liebe, Hyazinthe — Treue, Lilien — Reinheit, Veilchen — Unschuld.
Ob eine Pflanze als zierende Blume oder als Unkraut betrachtet wird, hängt letzlich von der Einstellung des Betrachters ab, es ist weder botanisch noch ästhetisch ein klar definierter Begriff. Blumensprachlich bedeutsam sind zum Beispiel Akelei, Anemone, Christrose, Distel, Erdbeere, Gänseblümchen, Geißblatt, Granatapfel, Hyazinthe, Iris, Jungfer im Grünen, Kaiserkrone, Kamelie, Kornblume, Krokos, Levkoie, Lilie, Maiglöckchen, Malve, Maßliebchen, Mohn, Myrte, Narzisse, Nelke, Passionsblume, Pfingstrose, Primel, Ringelblume, Rose, Rosmarin, Schlüsselblume, Sonnenblume, Stiefmütterchen, Tulpe, Veilchen, Vergißmeinnicht oder Zitrone.
Blumenähnlich sind Blühsträucher wie Flieder, Forsythie oder Schmetterlingsstrauch.
Weitere Gewächse finden sich über das allgemeine Register.
Blumenschmuck ist fester Bestandteil zahlreichen Brauchtums. Beispielsweise heißt es in einem Erntebrauch: wer sommers zuerst mit fruchtschneiden auf seinem acker fertig ist, nimmt einen weidenzweig, schmückt ihn mit blumen, und steckt ihn an den letzten fruchtwagen, der eingefahren wird. (aus Gernsheim, GRIMM, A. 897)
Nasser April — blumiger Mai.
Heller Mond in Aprilnacht,
Blumen um die Pracht gebracht.
Eine weitere Bauernregel sagt: Blühen im August die Frühlingsblumen, so bedeutet das einen gelinden Winter.
Wo der Fuß der Göttin Aphrodite den Boden berührte, entsprossen Blumen und Kräuter (HESIOD, Theogonie, 194f.). Ähnliches sagt man auch vom islamischen Al-Khidr.
Im Aberglauben heißt es, ein Säugling dürfe bis zum ersten Geburtstag nicht an Blumen riechen, da er sonst den Geruchssinn verliere (WEHR, 133).
Der Frauenname Jasmin kommt aus dem Persischem und bedeutet Blume. Im Deutschen meint Jasmin dagegen eine bestimmte Pflanzengattung, eben den Jasmin.
In der Alchemie meint die Blume einen Flores chymici genannten Niederschlag, der durch Sublimation trockener bzw. fester Substanzen an der Gefäßwand entsteht.
Auch die aufquellenden Blasen beim Sieden der Metalle deutete man als eine Art elemtarisches Leben. Der Begriff erhielt sich in der Bezeichnung Schwefelblume für sublimierten Schwefel (BIEDERMANN, 91).
In der Kochkunst bezeichnet die Blume das Hüftstück der Rindskeule, Weinfreunde verstehen darunter den auch Bukett genannten Geruch des Weins.
Im Aberglauben heißt es: Wenn man an Blumen riecht, die von einem Grab gepflückt sind, verliert man den Geruchssinn. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 122)
Bei Gänsen läßt man keine Blumen an das Nest, weil die der Brut schadeten. (Pr. Pr.-Bl. XXVII, S. 241, n. FRISCHBIER, 128)
Die Sitte, zum Valentinstag am 14. Februar Blumen zu verschenken wird darauf zurückgeführt, daß der heilige Valentin denen, die ihn um Hilfe und Trost aufsuhten, eine Blume aus seinem Garten schenkte.
Bei der Hochzeitsfeier wirft die Braut einen Strauß Blumen in die Schar der unverheirateten weiblichen Gäste. Wer von denen diesen Brautstrauß fängt, wird als nächste heiraten.
In Rom und Bologna, wohin Reliquien der Märtyrerin Dorothea gelangten, werden alljährlich am Dorotheentag (6. Februar) Blumen und Früchte gesegnet. (BÄCHTOLD-STÄUBI, II, 360)
Um Schnittblumen länger frisch zu halten, soll man dem Wasser in der Vase etwas Aspirin, Kochsalz oder Kalisalpeter zusetzen. Auch eine in die Vase gelegte Kupfermünze soll helfen — dieses Mittel gelte aber nicht für Rosen. (SCHRÖDTER, 163)