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 Pflanzenwelt
 
 

Boretsch

Borago officinalis L.
Boraginaceae - Ochsenzungengewächse

auch Augenzier, Beragen, Borretsch, Buretsch, Gegenstoß, Gurkenkraut, Herzblümlein, Herzfreide, Herzfreude, Kukumerkraut, Liebäugelein, Wohlgemut (gesammelt nach LOSCH, 119 u. SIEG, 259f.)

Boretsch.
Boretsch. Im Garten d. Verf., Juli 2004

 
Ein einjähriges, etwa 100 Zentimeter hoch werdendes Kraut mit blauen Blüten. Beim Kauen des Krauts oder der Blüten macht sich die kratzige Oberfläche desselben bemerkbar. Das möglicherweise unangenehme Gefühl weicht jedoch binnen Kurzem einem angenehm zarten Gurkengeschmack.

„Gurkenkraut begeistert die Kleingärtner dadurch, daß man einen Monat nach der Aussaat bereits ernten und schmackhafte Speisen zubereiten kann. Wer schon einmal ein Gericht aus Gurkenkraut probiert hat, den braucht man nicht mehr zu überzeugen, daß er es (...) anbauen sollte.” (KOSCHTSCHEJEW, 79)

Bei den Römern hieß es:

Ego borago, gaudie semper ago
(„ich, der Boretsch, bringe stets Freude”, SIEG, 269)

Zu medizinischen Zwecken werden von Juni bis August Blüten, Kraut und frische Blätter gesammelt, woraus man Tee und Essenz bereitet. Diese Verordnungen werden gegen Entzündungen angewendet. Sie treiben den Harn, stärken die Nerven, wirkend erweichend, kühlend und stillen das Fieber. (SCHINDLMAYR, 332)

„Die holdseligen Borragenblumen mögen in Speise und Trank fröhlich benützt werden, denn sie stärken das Herz und Hirn, erwecken die verzagten, traurigen, melancholischen Menschen zur Freude und muterem Sinn, läutern das Geblüt” (aus Kräuterbüchern, nach LOSCH, 119), „auff das die schwache, traurige menschen ires leydens vergessen mögen” (SIEG, 259).

Schon die Kelten sollen den Borretsch, dessen Name sich vom keltischen Wort porrach ableitet, das eine heldische Person meint, besonders geschätzt und zur Steigerung ihres Mutes Wein mit darin eingelegten Borretschblättern genossen haben. Später verabschiedete man auch die Kreuzfahrer mit einem Trunk, der Borretsch enthielt. (FRANKLIN, 125)

Das Kraut hilft gekaut gegen Zahnschmerzen (SIEG, 261). Dazu sind die hübschblauen Blüten ebenso geeignet wie Blätter und Blütenknospen.

Kohl soll in der Nähe des Wohlgemuts verdorren. (SCHRÖDTER, 17)

Gartenfreunden, welche einem „schieren” Garten den Vorzug geben, sollten für den Anbau dieser Pflanze ein unkritisches Plätzchen wählen und die Blüten rechtzeitig abschneiden. Das so nützliche Gurkenkraut hat nämlich die vielleicht unerwünschte Tendenz zu unkontrollierter Ausbreitung.

Die Blüten sind nicht nur hübsch, sie geben auch eine gute Bienenweide ab.